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Pflegekosten: Was die Pflegeversicherung leistet

04. Mai 2018

Wenn die Eltern im hohen Alter pflegebedürftig werden, stehen die Kinder oft vor der Aufgabe, die häusliche oder stationäre Pflege zu organisieren. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, welche Pflegekosten auf die Betroffenen zukommen und welche Anteile davon die Pflegeversicherung übernimmt.

 

Unterschiedliche Pflegekosten bei häuslicher und stationärer Pflege

Je nachdem, ob eine häusliche Pflege in den eigenen vier Wänden möglich ist oder ob der gesundheitliche Zustand die stationäre Heimpflege erfordert, können auf die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen unterschiedliche Kosten zukommen.

Bei der häuslichen Pflege gibt es zumeist zwei Kostenblöcke: die Investitionen in die Barrierefreiheit und die laufenden Aufwendungen für Pflegeleistungen. Typische Beispiele für notwendige Investitionen sind zum Beispiel ein Badewannen-Lift, ein Pflegebett oder der seniorengerechte Umbau von Dusche und WC. Die Pflegedienstleistungen werden in aller Regel von ambulanten Pflegediensten erbracht, die je nach Bedarf beim Anziehen und der Körperpflege helfen. Dazu können hauswirtschaftliche Hilfsdienste – etwa beim Einkaufen oder bei der Reinigung der Wohnung – kommen. Je nach Pflegebedürftigkeit können monatliche Pflegekosten zwischen wenigen hundert Euro und weit mehr als 1.000 Euro anfallen.

Ist die Unterbringung in einem Pflegeheim erforderlich, sind die notwendigen Einrichtungen wie Pflegebetten oder barrierefreie Bäder bereits vorhanden. Dafür sind die laufenden Kosten weitaus höher als bei der häuslichen Pflege: Inklusive Verpflegung belaufen sich die monatlichen Aufwendungen häufig auf mehr als 3.000 Euro. Dabei gibt es je nach Anbieter und Region große Unterschiede.

Was die Pflegeversicherung übernimmt

In welchem Umfang sich die Pflegeversicherung an den Gesamtkosten beteiligt, hängt in erster Linie vom so genannten Pflegegrad ab. Hierbei prüft ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) oder einer anderen Prüforganisation, wie stark die körperliche und geistige Gesundheit beeinträchtigt ist. Je nach Schwere der Pflegebedürftigkeit wird dann ein Pflegegrad von 1 (geringe Beeinträchtigungen) bis 5 (schwerste Pflegebedürftigkeit) festgesetzt.

Die Leistungen der Pflegeversicherung richten sich nach dem Pflegegrad. So erhalten Betroffene bei Pflegegrad 2 und häuslicher Pflege Sachleistungen bis zu 689 Euro pro Monat, während ihnen bei häuslicher Pflege in Pflegegrad 5 bis zu 1.995 Euro zustehen. Wenn Angehörige die Pflege selbst übernehmen, erhalten sie je nach Pflegegrad von der Pflegeversicherung ein monatliches Pflegegeld zwischen 125 und 901 Euro.

Bei der stationären Pflege gilt als Grundsatz, dass die Pflegeversicherung für einen Teil der Pflegekosten aufkommt, während die Kosten für Unterbringung und Verpflegung selbst zu tragen sind. Nach einer Schätzung des Bundesgesundheitsministeriums zahlen Pflegebedürftige im Schnitt bei den stationären Pflegekosten einen Eigenanteil von 580 Euro pro Monat, den Rest übernimmt die Pflegeversicherung. Dazu kommen allerdings noch die Kosten für Unterbringung und Verpflegung, so dass je nach Anbieter und Region monatlich zwischen rund 1.200 Euro und mehr als 2.000 Euro selbst zu tragen sind.

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