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Unterhalt nach der Scheidung: Was die Düsseldorfer Tabelle regelt

30. Mai 2018

Wenn Paare sich trennen, haben die Kinder Anspruch auf Unterhalt. Zur Zahlung verpflichtet ist der Elternteil, bei dem die Kinder nicht dauerhaft wohnen. Ziehen also beispielsweise die Kinder nach der Trennung und Scheidung zur Mutter, dann erhalten sie vom Vater eine regelmäßige Unterhaltszahlung.

 

Düsseldorfer Tabelle als Maßstab

Um den einzelnen Gerichten die Rechenarbeit zu vereinfachen, gibt es die Düsseldorfer Tabelle. Namensgeber ist das Oberlandesgericht Düsseldorf, das schon vor mehr als 50 Jahren die erste Version der Unterhaltstabelle entwickelt hat. Seitdem wird sie in regelmäßigen Abständen an die Entwicklung von Kaufkraft und Einkommen angepasst.

Wie hoch der monatliche Unterhalt ausfällt, hängt maßgeblich von drei Faktoren ab: dem Alter des Kindes, dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen und der Verteilung des Kindergeldes. Dazu können noch individuelle Aspekte kommen, die den Zahlbetrag beeinflussen.

Der Elternteil, der Unterhalt leisten muss, wird dabei zunächst einer Einkommensstufe (unterhaltsrelevantes Nettoeinkommen) zugeordnet. Ausschlaggebend ist dabei das monatliche Nettoeinkommen, wobei jedoch Sonderfaktoren wie bspw. berufsbedingte Aufwendungen und unter Umständen auch Kreditraten berücksichtigt werden.

Unterhalt je nach Altersgruppe

Im zweiten Schritt wird geprüft, in welcher Altersgruppe sich das betreffende Kind befindet. Hierbei gibt es drei Altersgruppen für minderjährige Kinder plus eine Gruppe für volljährige Kinder, die noch unterhaltsberechtigt sind. Dabei gilt: Je älter das Kind, umso höher ist im Regelfall der Unterhaltsanspruch.

Beispiel (Stand Düsseldorfer Tabelle zum 01.01.2018): Ein vierjähriges Kind hat Anspruch auf 418 Euro Unterhalt, wenn der zur Zahlung verpflichtete Elternteil über ein unterhaltsrelevantes Nettoeinkommen in Höhe von 3.300 Euro monatlich verfügt. Ist das Kind hingegen 12 Jahre alt, erhöht sich laut Düsseldorfer Tabelle die Zahlung auf 561 Euro.

Zuletzt kann noch die Aufteilung des Kindergeldes den tatsächlich zu zahlenden Unterhalt beeinflussen. Die Düsseldorfer Tabelle geht nämlich davon aus, dass das Kindergeld beiden Elternteilen jeweils zur Hälfte zusteht. In der Praxis bekommt jedoch meist der Elternteil, bei dem das Kind wohnt, das Kindergeld in voller Höhe ausgezahlt. In diesem Fall darf der Unterhaltspflichtige von seiner Zahlung die ihm zustehende Hälfte des Kindergeldes abziehen. Ab der Volljährigkeit des Kindes ist das Kindergeld in voller Höhe vom Tabellenbetrag der Düsseldorfer Tabelle abzuziehen. Grund hierfür ist, dass ab Volljährigkeit das Kindergeld komplett an das Kind weiterzuleiten ist.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorgenannten Ausführungen nur um allgemeine Informationen handelt. Der Beitrag wurde nicht mit der Absicht erstellt, Ihnen einen rechtlichen oder steuerlichen Rat zu geben. Wir haften nicht für die Vollständigkeit und die Richtigkeit der vorgenannten Informationen.

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