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Investmentfonds Teil 1: Wie Fonds funktionieren und welche Strategien es gibt

02. Mai 2018

Immer mehr Bundesbürger legen Geld in Investmentfonds an – das zeigt die Statistik des Fondsverbands BVI. Zum Jahresende 2017 stieg das in Deutschland angelegte Fondsvermögen erstmals auf mehr als drei Billionen Euro, und Monat für Monat kommen weitere Anlegergelder dazu.

Die wachsende Beliebtheit von Fonds resultiert nicht zuletzt daraus, dass viele Anleger in Zeiten niedriger Zinsen auf der Suche nach rentablen Alternativen für die Kapitalanlage sind. Vor allem für Privatanleger mit kleineren Anlagesummen bieten Investmentfonds einen einfachen und kostengünstigen Zugang zum Wertpapiermarkt.

 

Große Wertpapieranzahl auch bei kleinen Beträgen

Investmentfonds funktionieren praktisch wie ein gemeinschaftliches Wertpapierdepot, in das viele einzelne Anleger Geld einzahlen. Welche Wertpapiere vom Kapital der Anleger gekauft werden, entscheidet das Fondsmanagement im Rahmen der Gesamtstrategie, die die Fondsgesellschaft für den jeweiligen Fonds vorgibt. Weil jeder einzelne Investor mit seinem Anlagekapital einen Bruchteil am Gesamtvermögen erwirbt, kann sich schon eine Sparrate von 50 Euro über 100 oder noch mehr einzelne Wertpapiertitel verteilen.

Für ihre Leistungen berechnen die Fondsgesellschaften Gebühren, wie die jährliche Verwaltungsgebühr, die je nach Fonds etwa ein bis zwei Prozent des Anlagekapitals beträgt. So etwa den Ausgabeaufschlag, der beim Erwerb der Fondsanteile über Finanzvermittler fällig wird. Dazu kommen die Kosten der Bank, in deren Wertpapierdepot der Anleger die Fondsanteile verwalten lässt und gegebenenfalls ein Ausgabeaufschlag für die Vermittlung der Wertpapieranlage.

Unterschiedliche Strategien für jeden Anlegertyp

Auch bei der Fondsanlage gilt: Wer sich aufs Börsenparkett wagt, riskiert im Auf und Ab der Kursbewegungen auch mal Verluste. Im Vergleich zum Direkterwerb einzelner Aktien bieten Investmentfonds aufgrund der breiten Streuung einen gewissen Risikopuffer. Dennoch ist mit Wertschwankungen zu rechnen.  Wie stark diese ausfallen können, hängt in erster Linie davon ab, welche konkreten Anlageprodukte sich im Fondsvermögen befinden:

  • Aktienfonds sind für langfristig orientierte Anleger geeignet, die auch mal eine längere Verlustphase durchstehen können und dafür von den langfristigen Renditechancen der Aktienmärkte profitieren wollen.
  • Rentenfonds legen das Geld ihrer Investoren in festverzinsliche Unternehmens- oder Staatsanleihen an. Hier fallen die Schwankungen meist deutlich moderater aus als am Aktienmarkt, allerdings bei begrenzten Gewinnmöglichkeiten.
  • Mischfonds setzen sowohl auf Aktien als auch auf Anleihen und bewegen sich in puncto Risiko zwischen diesen beiden Kapitalmarktsegmenten.
  • Offene Immobilienfonds investieren den größten Teil ihres Kapitals in langfristig vermietete Gewerbeimmobilien. Sie bieten bei eher geringen Wertschwankungen moderate Renditechancen.

Darüber hinaus kommt es noch darauf an, welche Kriterien das Fondsmanagement bei der Wertpapierauswahl ansetzt. So sind etwa exotische Schwellenländer-Aktienfonds mit höheren Risiken verbunden als solche, die ihr Kapital über die globalen Aktienbörsen der Industrieländer streuen. Auch Mischfonds gibt es je nach Verhältnis von Aktien zu Anleihen in ganz unterschiedlichen Risikokategorien.

Tipp: Bevor Sie sich für einen bestimmten Investmentfonds entscheiden, sollten Sie sich darüber Gedanken machen, welches Anlagerisiko Sie eingehen können und wollen. Habe ich die Nerven, um Verlustphasen auszusitzen? Kann ich lange genug auf das Geld verzichten, um auch bei einem längeren Börsentief im Markt investiert zu bleiben? Diese Fragen entscheiden, welche Risikoklasse beim Fondsinvestment für Sie in Frage kommt.

Lesen Sie im zweiten Teil, welche Vorteile Ihnen die Fondsanlage bringt und wie Sie die Nebenkosten minimieren können.

Wichtig: Bei der Anlage in Wertpapiere sollten Sie stets beachten, dass die Rendite nicht garantiert wird und je nach Wertpapiergattung mehr oder weniger stark schwanken kann. In gravierenden Fällen kann auch ein Totalverlust möglich sein. Hinzu kommt das Liquiditätsrisiko. Hierbei trägt der Anleger das Risiko, dass Wertpapiere aufgrund mangelnder Marktliquidität gegebenenfalls nur unterbewertet verkauft werden können.

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