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Offene Immobilienfonds: Sachwert-Investment mit Steuervorteil

27. März 2018

Wer in Immobilien als Sachwert investieren will, scheut angesichts hoher Kaufpreise für Wohnungen und Häuser oft davor zurück. Doch es gibt eine Alternative, die auch für kleinere Anlagesummen geeignet ist: Offene Immobilienfonds legen das Geld ihrer Investoren größtenteils in gewerbliche Immobilien an, und der Einstieg ist ebenso wie bei anderen Investmentfonds schon mit kleinen Beträgen möglich.

 

Wie offene Immobilienfonds aufgebaut sind

Immobilienfonds investieren nicht ihr gesamtes Kapital in Grund und Boden, um sicherzustellen, dass Anleger bei der Rückgabe von Fondsanteilen sofort ausgezahlt werden können. Je nach Fonds liegt der in Immobilien angelegte Kapitalanteil zwischen gut 50 und 95 Prozent.

Schwerpunkt der Immobilienanlage sind meist gewerbliche Immobilien wie beispielsweise Bürogebäude, die im Schnitt höhere Mietrenditen einbringen als vermietete Wohnungen. Je nach Fondsausrichtung werden die Immobilien bundes-, europa- oder weltweit gestreut.

Renditechancen und Risiken

Da die Rendite überwiegend aus Mieterträgen und dem Wertzuwachs der Immobilien resultiert, gelten offene Immobilienfonds als schwankungsarme Kapitalanlage mit überschaubaren Renditechancen. Bei ungünstiger Marktentwicklung können jedoch auch Verluste auftreten. Darüber hinaus kann die Fondsgesellschaft die Rücknahme von Anteilen aussetzen, wenn die Liquiditätsreserve nicht für die Auszahlung der Anleger ausreicht.

Steuerliche Vorteile

Im Zuge der neuen Investmentbesteuerung gelten seit Anfang 2018 neue Regeln, von denen Inhaber von Anteilen an offenen Immobilienfonds profitieren. Denn: Ausschüttungen und Wertzuwachs müssen nicht in voller Höhe versteuert werden. Bei offenen Immobilienfonds greift die so genannte Teilfreistellung, so dass bei überwiegend im Inland investierenden Fonds (z.B. GrundbesitzGlobal, WKN 980705) nur 40 Prozent der Erträge steuerpflichtig sind. Hält der Fonds zu mindestens 51 Prozent ausländische Immobilien (z.B. hausInvest WKN 980701), sind sogar nur 20 Prozent steuerpflichtig. Zum Vergleich: Bei Aktienfonds müssen 70 Prozent der Erträge versteuert werden.

Die Regeln bei der Anteilsrückgabe

Weniger flexibel als andere Investmentfonds sind offene Immobilienfonds, wenn es um die Rückgabe von Anteilen an die Fondsgesellschaft geht. Während etwa bei Aktien- oder Anleihenfonds die Anteile in beliebiger Höhe börsentäglich zurückgegeben werden können, gibt es bei offenen Immobilienfonds sowohl eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten als auch eine Kündigungsfrist von 12 Monaten.

Tipp: Viele offene Immobilienfonds können an der Börse gehandelt werden. Weil die Haltefristen nur für die Rückgabe der Anteile an die Fondsgesellschaft gelten, können Sie bei entsprechender Notierung jederzeit Ihre Anteile an der Börse veräußern, ohne irgendwelche Fristen einhalten zu müssen. Allerdings müssen Sie damit rechnen, dass je nach Angebot und Nachfrage der Börsenkurs der Anteile von dem von der Fondsgesellschaft veröffentlichten Anteilswert abweichen kann.