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Gesundes Essen: Umstieg auf Bio-Lebensmittel muss nicht teuer sein

12. April 2018

Wer Bio-Lebensmittel kauft, muss für sein gesundes Essen tief in die Tasche greifen, lautet eine häufig anzutreffende Vermutung. Doch mit der richtigen Strategie lassen sich die Zusatzkosten beim teilweisen oder sogar vollständigen Umstieg auf Bio-Lebensmittel in Grenzen halten.

 

Uneinheitliche Preisaufschläge für Bio-Lebensmittel

Wenn Lebensmittel auf biologische Weise erzeugt werden, kosten sie mehr als Nahrung aus konventioneller Produktion. Doch die Preisaufschläge fürs Bio-Siegel sind uneinheitlich, ergab eine Studie der Hochschule Pforzheim auf Basis eines verbrauchertypischen Warenkorbs. So zahlen Verbraucher beim Kauf von Bio-Fisch im Schnitt 126 Prozent mehr als für konventionellen Fisch, und beim Bio-Fleisch liegt der Aufschlag bei 87 Prozent.

Weitaus moderater fallen hingegen die Bio-Preisaufschläge für gesundes Essen aus, wenn es um andere Produktgruppen geht. So ist Kaffee, Kakao und Tee in der Bio-Version im Schnitt lediglich 40 Prozent teurer. Auch bei Bio-Milchprodukten hält sich der Preisaufschlag mit durchschnittlich 46 Prozent in Grenzen.

Gesundes Essen ist günstiger als die Durchschnittsmischung

Mehr Einfluss auf die Kosten als die Entscheidung für biologisch oder konventionell erzeugte Lebensmittel hat das Essverhalten. Denn: Wer viel Fleisch isst und Fertigprodukte bevorzugt, gibt viel mehr Geld aus als derjenige, der wenig Fleisch verzehrt und sein Essen frisch zubereitet.

Wie sich eine Änderung des Ernährungs- und Kochverhaltens auf die Lebensmittelkosten auswirkt, hat das Ökoinstitut Freiburg ausgerechnet. Ergebnis: Eine Umstellung des Ernährungsverhaltens vom bundesweiten Durchschnitt auf die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Lebensmittelmischung spart so viel Geld, dass ein Umstieg auf teurere Bio-Lebensmittel annähernd kompensiert wird. Damit verbunden ist allerdings die Reduzierung des Fleischverbrauchs um rund 70 Prozent und eine Erhöhung des Anteils an Milchprodukten, da die Deutschen im Schnitt weitaus mehr Fleisch verzehren als von der DGE empfohlen wird. Ein doppelter Gewinn: Der Umstieg auf gesundes Essen finanziert dann die Mehrkosten für bessere Lebensmittel.

Letztlich können viele Wege zu dem Ziel führen, Bio-Lebensmittel einzusetzen und gleichzeitig den Anstieg der Lebenshaltungskosten zu dämpfen. Da die komplette Umstellung des Lebensstils nicht jedermanns Sache ist, kann auch ein teilweiser Umstieg durchaus sinnvoll sein – beispielsweise indem Verbraucher bei Produkten mit moderatem Preisaufschlag wie Milchprodukten oder Kaffee gezielt ins Bio-Regal greifen. Auf diese Weise lässt sich ein gewisser Bio-Anteil im Lebensmittelkonsum realisieren, ohne dass sich die Mehrkosten allzu sehr im Geldbeutel bemerkbar machen.