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Vorbild Family Office: Investieren wie die Reichen

20. Februar 2018

Vorbild Family Office: Investieren wie die Reichen

Wer ein großes Vermögen hat, sucht sich die besten Finanzmarktspezialisten und die beste Vermögensverwaltung aus, um das Kapital zu erhalten und zu vermehren. Die spannende Frage dabei ist, ob von deren Vorgehensweise auch Klein- und Normalanleger lernen können. Zwar stehen viele Anlageprodukte in diesem Segment nur Investoren offen, die mindestens siebenstellige Beträge zur Verfügung haben. Doch wenn es um die grundlegende Strategie geht, lässt sich so manche Erkenntnis auch auf die Anlage eines weitaus kleineren Vermögens übertragen.

Verwaltet werden die Investments von Multimillionären oftmals in einem so genannten Family Office. Hierbei handelt es sich um einen Vermögensverwalter, der nur für einen einzigen Mandanten oder allenfalls für einen kleinen Kreis an Familien mit großem Vermögen arbeitet. Auch wenn die Branche als sehr diskret gilt, gelangen immer wieder interessante Details an die Öffentlichkeit.

 

Vermögenserhalt ist wichtiger als Renditemaximierung

Eine Family-Office-Umfrage des Consultingunternehmens KPMG zeigt: Oberstes Ziel für die Reichen ist nicht eine möglichst hohe Rendite, sondern der langfristige Erhalt des Kapitals. Mehr als die Hälfte der befragten Vermögensverwalter investiert auf Basis dieser Vorgabe, nur bei einem Viertel der Befragten steht die Rendite im Vordergrund. Auch das Steuersparen spielt eine eher untergeordnete Rolle.

Den Schwerpunkt des Vermögensmanagements bilden häufig Investitionen in Immobilien sowie in Aktien von substanzstarken Unternehmen. Auch direkte Beteiligungen an nicht börsennotierten Firmen sind keine Seltenheit im Portfolio eines Family Office. Abgerundet werden diese Investments gerne mit Anleihen von Herausgebern mit starker Bonität zur Reduzierung des Wertschwankungsrisikos sowie mit kurzfristig verfügbaren Bankguthaben zum Erhalt der Liquidität.

Investmentfonds bilden Family-Office-Konzepte ab

Inzwischen gibt es eine kleinere Anzahl an Investmentfonds, die Family-Office nahe Strategien umsetzen und auf diesem Weg die Investmentphilosophie auch bei der Anlage von kleineren Beträgen zugänglich machen. Zwei Beispiele:

  • FO Vermögensverwalterfonds (ISIN DE000A1JZLG8). Der defensiv ausgerichtete Mischfonds bildet die Strategien von renommierten Family Offices wie Aramea oder Flossbach von Storch ab. Das Fondsvermögen bestand Anfang Februar 2018 zu knapp 70 Prozent aus Anleihen, der Rest entfiel auf Bankguthaben, Aktien und Zertifikate.
  • FOS Rendite und Nachhaltigkeit  (ISIN: DE000DWS0XF8). Der von der DWS Investments aufgelegte Fonds folgt der Philosophie der Konzernmutter Deutsche Bank, wenn es um die Verwaltung großer Privatvermögen geht. Auch hier bildeten Anfang Februar 2018 Anleihen mit einem Anteil von rund zwei Dritteln den Anlageschwerpunkt, die Aktienquote lag bei 20,6 Prozent.

Solche Fonds verkörpern jedoch lediglich den Wertpapieranteil in Form von Aktien und Anleihen, während der im Family Office oft beträchtliche Immobilienanteil unberücksichtigt bleibt. Wenn aufgrund der Vermögensstruktur der Erwerb von vermietetem Immobilieneigentum nicht sinnvoll ist, kann mit dem Erwerb von Anteilen an offenen Immobilienfonds auch bei kleinerem Gesamtvermögen ein gewisser Immobilienanteil aufgebaut werden.

Wichtig: Bei der Aktien- und Fondsanlage sollten Sie stets beachten, dass die Rendite nicht garantiert wird und mehr oder weniger stark schwanken kann. Das Kursänderungsrisiko kann dazu führen, dass der Wert eines Fonds oder einer Aktie während der Laufzeit fällt und auch deutlich unter dem Erwerbspreis liegen kann. Hinzu kommt das Liquiditätsrisiko. Hierbei trägt der Anleger das Risiko, dass Wertpapiere im Fonds aufgrund mangelnder Marktliquidität gegebenenfalls nur unterbewertet verkauft werden können.

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