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Shopping im Ausland: Wann muss ich Waren verzollen?

14. April 2016

Shopping im Ausland: Wann muss ich Waren verzollen?

Für viele Reisende stehen im Urlaub nicht nur Besichtigungen und Entspannung am Strand auf dem Programm, sondern auch der eine oder andere Einkaufsbummel in entspannter Atmosphäre. Wer im Ausland auf Schnäppchenjagd geht, sollte jedoch die Zollbestimmungen im Blick behalten – denn je nach Wert und Warengattung können bei der Rückreise noch zusätzliche Kosten entstehen.

Am einfachsten ist die Kalkulation für diejenigen, die in einem EU-Land Urlaub machen. Hier gilt nämlich: So lange die eingekauften Waren privaten Zwecken dienen, wird bei der Rückreise nach Deutschland in den meisten Fällen weder Einfuhrumsatzsteuer noch Zoll fällig.

Komplizierter wird es, wenn das Urlaubsland außerhalb der EU liegt. Hier gilt zunächst für jeden Reisenden eine Freigrenze von 300 Euro, wenn die Reise auf dem Landweg erfolgt. Bei Flug- und Seereisen erhöht sich das Limit auf 430 Euro. Für Kinder unter 15 Jahren beträgt die Freigrenze 175 Euro.

Wird die Freigrenze überschritten, dann werden Einfuhrumsatzsteuer und gegebenenfalls noch Zoll fällig. Bis zu einem Warenwert von 700 Euro wird eine Pauschalabgabe in Höhe von 17,5 Prozent erhoben. Bei bestimmten Waren mit so genannter Zollpräferenz ermäßigt sich die Abgabe auf 15 Prozent. Bei hochwertigeren Waren kommt der Zolltarif zum Einsatz: Zuerst wird auf den Warenwert der für die Warengruppe gültige Zollsatz und dann auf den Gesamtbetrag die Einfuhrumsatzsteuer aufgeschlagen. Beispiel: Wer beim Shopping in der USA ein edles Schmuckstück im Wert von 1.000 Euro erwirbt, muss zunächst ca. 3,3 Prozent Zoll und auf den Gesamtbetrag von Warenwert plus Zoll noch 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer entrichten.

Besondere Bestimmungen gelten für Zigaretten und alkoholische Getränke. Hier gibt es Mengenbeschränkungen bei der Einfuhr, und bei deren Überschreitung müssen so genannte Verbrauchssteuern wie Branntwein- oder Tabaksteuer gezahlt werden.

Wenn Sie im Urlaub außerhalb der EU in größerem Umfang einkaufen, sollten Sie auf die Einhaltung der Freigrenzen achten, die Kaufbelege aufbewahren und bei der Anmeldepflicht mit offenen Karten spielen. Denn: Der Versuch, Waren an der Zollkontrolle vorbeizuschmuggeln, ist kein Kavaliersdelikt. Bei kleineren Zollvergehen müssen Sie zumindest die doppelte Zollabgabe zahlen, und bei höheren Warenwerten droht ein Strafverfahren wegen versuchter Steuerhinterziehung.

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