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Elternzeit für Väter: Mehr Freiraum für die Familie

01. Juni 2017

Elternzeit für Väter: Mehr Freiraum für die Familie

Immer mehr Väter wollen sich an der Erziehung ihrer kleinen Kinder beteiligen und dafür eine berufliche Auszeit nehmen. So ergab eine Umfrage des Bundesfamilienministeriums, dass mehr als 50 Prozent der Väter mit Kindern unter sechs Jahren gerne die Hälfte der Kinderbetreuung übernehmen möchte. Doch Wunsch und Wirklichkeit klaffen immer noch auseinander: Nur eines von sieben Paaren teilt sich Kleinkinderbetreuung und Beruf zu gleichen Teilen untereinander auf. Zwar nimmt jeder dritte Vater Elternzeit in Anspruch – allerdings in den meisten Fällen nur für zwei Monate.

Dabei bieten die aktuellen Regelungen zu Elternzeit und Elterngeld auch für Väter flexible Möglichkeiten, im Beruf kürzer zu treten und sich mehr um die junge Familie zu kümmern.

Elternzeit: Auch Väter können Auszeiten nehmen

Väter haben ebenso wie Mütter das Recht, bis zu 36 Monate nach der Geburt des Kindes beruflich auszusetzen und eine Elternzeit in Anspruch zu nehmen. Die berufliche Pause muss nicht gleich nach der Geburt beginnen: Bis zu 24 Monate können in Zeiträume zwischen dem dritten und achten Geburtstages des Kindes geschoben werden.

Wer Elternzeit beanspruchen will, muss dies dem Arbeitgeber mindestens sieben Wochen vor Beginn mitteilen und ihm einen verbindlichen Plan vorlegen, in welchen Zeiträumen er im Lauf der nächsten zwei Jahre pausieren möchte. Während der Elternzeit ruht das Arbeitsverhältnis und kann vom Arbeitgeber nicht gekündigt werden.

Während der Elternzeit besteht ein Anspruch auf Weiterbeschäftigung in Teilzeit mit 15 bis 30 Stunden pro Woche, wenn der Betrieb mehr als 15 Arbeitnehmer hat und keine dringenden betrieblichen Gründe entgegenstehen.

Elternzeit: Kompliziertes Berechnungsmodell

Zwölf Monate lang können Väter und Mütter während der Elternzeit Elterngeld beziehen. Die Höhe des Elterngeldes wird mit komplizierten Formeln errechnet und beträgt im Regelfall 65 bis 100 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens, maximal jedoch 1.800 Euro pro Monat. Nehmen beide Partner Elternzeit in Anspruch, kann die Zahlung auf 14 Monate verlängert werden.

Wer während der Elternzeit in Teilzeit arbeitet, bekommt zwar nicht mehr das volle Elterngeld. Doch der anteilig gekürzte Betrag kann immerhin noch das Teilzeiteinkommen aufbessern.

Elternzeit plus als Teilzeit Bonus

Besonders interessant für Väter, die beruflich nicht komplett aussetzen wollen, ist die Kombination von Teilzeitjob und Elterngeld: Wer in Teilzeit arbeitet, kann bis zu 24 Monate lang Elterngeld erhalten. Ein weiteres Extra kommt hinzu, wenn Mutter und Vater vier Monate lang jeweils 25 bis 30 Stunden pro Woche arbeiten. Dann verlängert sich die Zahlung auf maximal 28 Monate.

Informieren und verhandeln

Wenn Sie als Vater Elternzeit in Anspruch nehmen möchten, sollten Sie sich frühzeitig über die unterschiedlichen Optionen und die finanziellen Auswirkungen informieren. Ansprechpartner sind die Elterngeld-Beratungsstellen der Gemeinde- und Stadtverwaltungen.

Mit Ihrem Chef sollten Sie im Hinblick auf eine gute Zusammenarbeit auch nach der Elternzeit konstruktiv verhandeln und eine einvernehmliche Lösung suchen. Gerade die Teilzeitmodelle können Vorteile für beide Seiten bieten: Sie haben als Vater mehr Zeit für Ihre Familie und Ihr Arbeitgeber muss während der Elternzeit nicht komplett auf Ihr Know-how verzichten.

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