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Wie funktioniert Scoring?

20. Januar 2016

Wie funktioniert Scoring?

Ob bewusst oder unbewusst – jeder Mensch scort. Bei der Wahl eines Restaurants, der Wohnungssuche oder dem Autokauf – wir versuchen ständig die richtige Entscheidung auf Basis von relevanten Fakten zu treffen. Neben dem ersten Eindruck wird dabei häufig auf Erfahrungen aus der Vergangenheit zurückgegriffen. Aus dieser Kombination ergibt sich die finale Entscheidung.

Das Prinzip gilt auch für Banken, die Kredite mittels Scoring vergeben. Wenn ein Kunde einen Kredit beantragt, muss die Bank ebenfalls eine wichtige Entscheidung treffen. Sie muss einschätzen, ob der Kunde in der Lage ist, seine Raten über die gesamte Laufzeit des Kredites ordnungsgemäß zu bezahlen. Bei der Entscheidung über einen Kreditantrag geht es darum, die Bonität des Kunden über einen zukünftigen Zeitraum von oftmals mehreren Jahren einzuschätzen – und um ein möglichst exaktes Ergebnis zu erhalten, setzen Banken bei der Bonitätseinschätzung auf die Kombination von individuellen und statistischen Faktoren. Die einzelnen Einflussgrößen werden dabei in Form von Zahlenwerten standardisiert. Diese Vorgehensweise bezeichnet man in der Fachsprache als „Scoring“.

Zunächst einmal werden die persönlichen Daten analysiert, die der Kunde zusammen mit seinem Kreditantrag bei der Bank einreicht. So prüft die Bank beispielsweise anhand der Angaben im Kreditantrag, wie lange der Kreditsuchende schon beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt ist, wie hoch sein Einkommen ist und wie viele Familienangehörige davon leben müssen. Ist der Antragsteller schon seit längerer Zeit Kunde der Bank, fließen auch die Erfahrungen aus dem Rückzahlungsverhalten bei früheren Krediten in die Bewertung mit ein.

Dazu kommen externe Daten, die von Auskunfteien stammen. Dort sind neben dem Namen, auch die Anschrift, das Geburtsdatum sowie der Geburtsort des Kunden hinterlegt. Banken greifen dabei meist auf die Informationen der Schufa zu. Hier erhält sie zusätzliche Eckdaten zu Kreditprodukten des Kunden. Dazu zählen nicht nur Ratenkredite und Baufinanzierungen, sondern auch Dispokredite auf Girokonten, Kreditkarten und Leasingverträge. Enthält die Schufa-Auskunft keine weiteren Informationen, ist dies ein gutes Zeichen. Denn: Über die neutralen Vertragsdaten hinaus werden nur Negativmerkmale eingetragen, wenn zum Beispiel Verbindlichkeiten nicht ordnungsgemäß beglichen werden oder gar eine Privatinsolvenz eingeleitet wurde.

Anhand der verfügbaren Daten stellt die Schufa der Bank bereits einen Scoring-Wert zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine statistische Messgröße, die anhand von vergleichbaren Verbraucherdaten die Wahrscheinlichkeit der pünktlichen Kreditbedienung anzeigt. Entgegen einer häufig verbreiteten Ansicht fließen die Adressdaten nur in wenigen Ausnahmefällen in die Berechnung mit ein.

Aus der Kombination der Schufa-Daten und der eigenen Informationen errechnet die Bank meist einen eigenen Scoring-Wert, der als Basis für die Kreditentscheidung dient. Mit diesem Verfahren soll gewährleistet werden, dass Kreditentscheidungen auf objektive Weise getroffen werden. Damit bietet Scoring nicht nur eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für die Bank, sondern sorgt dafür, dass alle Kreditsuchenden ohne Diskriminierung behandelt werden.

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