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Ruhestand am Sonnenstrand

18. Februar 2016

Ruhestand am Sonnenstrand

Strand statt Schrebergarten: Diese Vorstellung ist für viele Rentner verlockend. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK kann sich ein Viertel der Befragten vorstellen, seinen Ruhestand im Ausland zu verbringen. Vor allem in den Wintermonaten erwärmt sich so mancher Ruheständler für die Idee, die kalten Temperaturen in Deutschland mit dem milden Klima an einem Platz in der Sonne zu tauschen.

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihren Wohnsitz als Rentner ins Ausland zu verlegen, sollten Sie sich nicht nur mit der Frage beschäftigen, ob Sie mit der Sprache und Mentalität Ihres Wunschlands gut zurechtkommen. Auch Formalitäten wie die Einreisebestimmungen oder die Regelungen zur Rentenzahlung sollten gut bedacht sein.

 

Freie Wohnsitzwahl innerhalb der EU

Am einfachsten ist das Auswandern innerhalb der EU. Weil Sie in den Mitgliedsländern Ihren Wohnsitz frei wählen können, müssen Sie keine Einreisebestimmungen beachten. Anders hingegen, wenn Sie Ihr Domizil nach Übersee verlegen möchten: Dann müssen Sie sich zumeist mit einer befristeten Aufenthaltserlaubnis begnügen und darauf hoffen, dass Ihrem Einwanderungsgesuch stattgegeben wird.

 

Vorsicht bei Riester-Einkünften

Bei der gesetzlichen Rente gilt die Grundregel, dass die Auszahlung in die meisten Länder der Welt erfolgen kann – unter der Voraussetzung, dass Sie eine Meldeadresse und eine internationale Bankverbindung vorweisen können. Empfänger einer Erwerbsminderungsrente müssen hingegen außerhalb der EU mit Einbußen rechnen. Ähnlich verhält es sich bei der Riester-Rente, die nur innerhalb der EU ohne Abschläge ausgezahlt wird. Bei der Überweisung in ein Nicht-EU-Land zieht der deutsche Fiskus hingegen vor der Auszahlung die während der Ansparphase erhaltenen Zulagen ab.

 

Wie sieht es mit der Krankenversicherung aus?

Schwieriger wird es bei der Krankenversicherung. Wenn Sie in ein Land der EU, des Europäischen Wirtschaftsraums  oder in die Schweiz umziehen, bleiben Sie Mitglied in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung. Allerdings gilt der Leistungskatalog des Landes, in dem Sie wohnen – und dieser kann von den in Deutschland üblichen Gepflogenheiten abweichen. Außerhalb Europas müssen Sie sich um Ihre Krankenversicherung im jeweiligen Land selbst kümmern.

 

Zweitwohnsitz als eleganter Kompromiss

Angesichts dieser Hürden sollte eine Umsiedlung vor allem ins außereuropäische Ausland wohlüberlegt sein. Ein Kompromiss, der so manche Formalitäten und Nachteile vermeiden kann, besteht in der Beibehaltung des Erstwohnsitzes in Deutschland. Wenn Sie nur die kalten Wintermonate im sonnigen Ausland verbringen, können Sie sich Ihre Rente wie gewohnt auf das deutsche Konto auszahlen lassen und bleiben auch in Deutschland krankenversichert. Lediglich für die Dauer des Auslandsaufenthalts ist es empfehlenswert, als Zusatz zur gesetzlichen Krankenversicherung eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen.

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