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Produktklassenvorstellung: Wie funktionieren Discountzertifikate?

11. September 2017

Produktklassenvorstellung: Wie funktionieren Discountzertifikate?

Anlagezertifikate sind bei Anlegern ein beliebtes Instrument, um den Wertpapiermix zu ergänzen oder auf bestimmte Trends zu spekulieren. Eine bedeutende Produktgruppe in diesem Segment sind Discountzertifikate.

Mit dem Discountzertifikat setzt der Anleger auf einen Basiswert. Bei diesem kann es sich beispielsweise um  eine Aktie, einen Index oder einen börsennotierten Rohstoff handeln. Discountzertifikate sind Wertpapiere, bei denen es keinen laufenden Zins und keinen festen Rückzahlungsbetrag gibt. Stattdessen wird folgende Vereinbarung geschlossen: Liegt der Kurs des Basiswertes – beispielsweise eine Aktie – unter einer bestimmten Schwelle – dem so genannten Cap –, dann bekommt der Anleger am Ende der Laufzeit die entsprechende Aktie als Rückzahlung. Notiert der Basiswert über dem Cap, bekommt der Anleger am Ende den Cap-Betrag zurück.

Um die Anlage für Investoren attraktiv zu machen, werden Discountzertifikate im Regelfall zu einem Kurs ausgegeben, der deutlich unterhalb des aktuellen Basiswert-Kurses liegt. Aus diesem Abschlag resultiert der Namenszusatz „Discount“.

Beispiel: Eine Aktie notiert aktuell bei 100 Euro, und das dazugehörige Discountzertifikat mit einem Jahr Laufzeit wird zum Preis von 80 Euro und einem Cap von 85 Euro angeboten. Zum Zeitpunkt der Rückzahlung nach einem Jahr gibt es drei Möglichkeiten:

  • Liegt der Aktienkurs über 85 Euro, dann erhält der Anleger den Cap-Betrag und erzielt die Maximalrendite von 6,25 Prozent.
  • Liegt der Aktienkurs zwischen 80 und 85 Euro, beträgt trotz des Kursrückgangs der Aktie die Rendite zwischen null und plus 6,25 Prozent.
  • Nur wenn der Aktienkurs unter 80 Euro fällt, macht der Anleger Verluste. Diese fallen jedoch aufgrund des Abschlags beim Kauf geringer aus als bei der Direktanlage in die Aktie.

Bezieht sich das Discountzertifikat auf einen Index oder einen börsennotierten Rohstoff, wird bei einer Notierung oberhalb des Cap am Ende der Laufzeit anstatt der Rückzahlung in Wertpapieren oder Rohstoffen der entsprechende Gegenwert errechnet und als Barausgleich ausgezahlt.

Eine Variante zum klassischen Discountzertifikat mit Endfälligkeit ist das Rolling-Discountzertifikat, das eine unbegrenzte Laufzeit hat und bei dem der Cap in regelmäßigen Abständen angepasst wird. Rolling-Discountzertifikate haben im Regelfall einen Aktienindex wie den DAX oder den EURO STOXX als Basiswert.

Discountzertifikate sind geeignet, wenn Anleger ihr Verlustrisiko abfedern wollen und bereit sind, dafür bei überdurchschnittlich guter Aktienkursentwicklung auf einen Teil der Rendite zu verzichten. Allerdings kommt im Vergleich zur Direktanlage in Aktien das Emittentenrisiko hinzu, da Discountzertifikate nicht durch die Einlagensicherung abgedeckt sind. Darüber hinaus haben Inhaber von Aktien-Discountzertifikaten kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung, und bei einer Aktie oder einem Aktienindex als Basiswert entfällt häufig die Teilhabe an der Dividende.

Wichtig: Bei der Anlage in Wertpapiere sollten Sie stets beachten, dass die Rendite nicht garantiert wird und je nach Wertpapiergattung mehr oder weniger stark schwanken kann. In gravierenden Fällen kann auch ein Totalverlust möglich sein. Hinzu kommt das Liquiditätsrisiko. Hierbei trägt der Anleger das Risiko, dass Wertpapiere aufgrund mangelnder Marktliquidität gegebenenfalls nur unterbewertet verkauft werden können.

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