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Niedrigzinsen Teil 1: Warum sind die Zinsen schon so lange fast am Nullpunkt?

16. Januar 2017

Niedrigzinsen Teil 1: Warum sind die Zinsen schon so lange fast am Nullpunkt?

Schon seit mehr als 10 Jahren sind die Zinsen für Kapitalanlagen und Kredite – abgesehen von wenigen kurzen Aufwärtsphasen – auf dem Sinkflug. Inzwischen gibt es selbst für langfristige sichere Kapitalanlagen kaum noch Zinsen, selbst für Bundesanleihen mit 30 Jahren Laufzeit erhalten Anleger derzeit eine jährliche Rendite von weniger als einem halben Prozent. Viele Anleger fragen sich mittlerweile, wo die Ursachen für das anhaltende Zinstief liegen.

Auslöser für den ersten Zinsrutsch war die Banken- und Finanzkrise, die im Herbst 2008 ausgebrochen war. In der Folge nahmen die Zentralbanken in den westlichen Industrieländern massive Leitzinssenkungen vor, um die Konjunktur anzukurbeln und die Wirtschaft vor einem Kollaps zu bewahren. Denn: Je niedriger die Zinsen, umso günstiger wird es für Unternehmen und Verbraucher, ihre Investitionen und Konsumausgaben zu finanzieren. Die Leitzinsen der Zentralbanken wirken sich direkt auch auf die Marktzinsen aus, weil sich Banken dort Geld leihen und die günstigen Zinsen dann in Form von niedrigeren Kreditzinsen an ihre Kunden weitergeben können.

Für einen weiteren Rückgang der Zinsen im Euro-Raum sorgte die Entwicklung in den Jahren nach der Finanzkrise. In einigen Staaten – vor allem in Südeuropa – stieg die Staatsverschuldung sprunghaft an, nachdem hohe Summen für die Bankenrettung bereitgestellt werden mussten und gleichzeitig die Konjunktur einbrach. Um Staatspleiten zu verhindern, hielt die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen auf extrem niedrigem Niveau und kaufte in großem Umfang Staatsanleihen von Staaten, die von der Euro-Schuldenkrise betroffen waren. Durch diese Eingriffe sollte verhindert werden, dass ein Zinsanstieg die Zinskosten für die Staatsverschuldung massiv verteuern und im schlimmsten Fall einzelne Länder in die Zahlungsunfähigkeit treiben könnte.

Üblicherweise erhöhen Zentralbanken die Leitzinsen wieder, wenn ein gutes Wirtschaftswachstum zu verzeichnen ist und aufgrund der hohen Nachfrage nach Dienstleistungen und Waren die Preise steigen, was zu einem Anstieg der Inflation führt. Doch auch wenn die Konjunktur in Deutschland derzeit stabil ist, haben viele andere Euro-Länder mit hohen Arbeitslosenquoten und schwacher Inlandsnachfrage zu kämpfen. Aus diesem Grund hält die EZB derzeit noch die Zinsen auf dem aktuellen Niedrigstniveau.

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