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Investmentsteuergesetz: Neue Spielregeln bei der Fondsanlage ab 2018

13. Oktober 2017

Investmentsteuergesetz: Neue Spielregeln bei der Fondsanlage ab 2018

Fondsanleger, die ihre Anteile schon seit langer Zeit halten, profitieren derzeit noch von einem Steuervorteil: Wer seine Fondsanteile vor Ende 2008 erworben hat, muss beim Verkauf den Kursgewinn nicht versteuern. Allerdings gilt diese Regelung nur noch bis zum Ende des Jahres – denn ab Anfang 2018 greift das neue Investmentsteuergesetz, das für Fondsanleger Änderungen bei der Gewinnbesteuerung mit sich bringt.

Wichtigste Neuerung: Das steuerfreie Einstreichen von Kursgewinnen beim Verkauf von langjährigen Fondsbeständen wird zum 1. Januar 2018 beendet. Wer seine Fondsanteile vor Ende 2008 gekauft hat und diese ab Anfang nächsten Jahres veräußert, muss die ab Januar 2018 angefallenen Kursgewinne versteuern.

 „Im Zeitraum 01.01.09 bis 31.12.17 entstandene Gewinne bzw. Verluste sind hiervon nicht betroffen und bleiben weiterhin steuerfrei bzw. werden nicht berücksichtigt.

Dafür ist ein Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro pro Anleger geplant, so dass viele Anleger trotz Steuerpflicht keine finanziellen Nachteile beim Verkauf von Fondsanteilen aus Altbeständen befürchten müssen.

Vereinfachte Besteuerung

Insgesamt soll die Besteuerung von Fondserträgen deutlich vereinfacht werden. Steuerlich relevant sind künftig nur noch Ausschüttungen, Wertsteigerungen bei der Veräußerung oder Rückgabe der Fondsanteile sowie die so genannte Vorabpauschale. Andere Ertragsarten wie beispielsweise Zwischengewinne wird es ab 2018 nicht mehr geben..

Ebenfalls neu ist, dass auf Fondsebene ab 2018 auf Dividenden und Mieterträge eine einheitliche Körperschaftssteuer von 15 Prozent anfällt. Um eine doppelte Steuerbelastung zu vermeiden, wird im Rahmen der Teilfreistellung ein Teil der Fondserträge von der Besteuerung ausgenommen. Der Umfang der Teilfreistellung hängt von der   Fondsklassifizierung ab und reicht von 15 Prozent bei Mischfonds über 30 Prozent bei Aktienfonds bis hin zu 80 Prozent bei offenen Immobilienfonds mit mehrheitlich ausländischem Immobilienbesitz.

Beispiel für die Berechnung des steuerpflichtigen Ertrags: Wenn ein Anleger aus einem Aktienfonds 1.000 Euro Ausschüttung erhält, werden davon 30 Prozent freigestellt, so dass nur noch 700 Euro in steuerlicher Hinsicht als Ertrag gelten.

Neue Vorabpauschale erstmals ab 01.01.2019

Vor allem für nicht ausschüttende – so genannte „thesaurierende“ – Fonds wird die Vorabpauschale relevant.  Anhand eines von der Bundesbank ermittelten Basiszinssatzes wird ein Teil der Wertsteigerung als jährlicher steuerlicher Ertrag angesetzt. Die Vorabpauschale kann mit dem Sparerpauschbetrag verrechnet werden. Damit findet kein tatsächlicher Steuerabzug statt, wenn die gesamten jährlichen Kapitalerträge bei Ledigen 801 Euro und bei Verheirateten 1.602 Euro nicht übersteigen. Bei Verkauf oder Rückgabe der Fondsanteile werden bereits versteuerte Vorabpauschalen auf den Gewinn angerechnet.

Die Depotkunden der Augsburger Aktienbank werden mit Rundschreiben über die Details der neuen Steuerregelungen informiert.

 

Aufgrund der Komplexität von steuerrechtlichen Fragen ist für jeden Unternehmer die Beratung durch einen Steuerberater sinnvoll. Die Beiträge in diesem Blog ersetzen keine Steuerberatung.

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