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Ethische Geldanlage: Mit Fonds im gruenen Bereich investieren

17. Juli 2017

Ethische Geldanlage: Mit Fonds im gruenen Bereich investieren

Viele Fondsanleger möchten mit ihrer Kapitalanlage nicht nur eine gute Rendite erzielen, sondern auch problematische Branchen wie beispielsweise die Rüstungs- oder Tabakindustrie meiden. Doch wie lässt sich bei der Anlage in Investmentfonds sicherstellen, dass im Portfolio aus oft weit mehr als 100 unterschiedlichen Wertpapieren keine Titel aus unerwünschten Branchen enthalten sind?

Ethische oder nachhaltige Investmentfonds wollen ihren Investoren die Gewissheit geben, dass sie nicht in Unternehmen investieren, deren Ziele ihren ethischen Werten nicht entsprechen. Erkennbar sind solche Fonds oft schon am Namen, wenn darin je nach Ausrichtung die Begriffe Ethik, Ökologie oder Sustainability – das englische Wort für Nachhaltigkeit –  enthalten sind.

Ausschlusskriterien und Best-in-Class-Ansätze

Ein einheitliches Regelwerk, das nachhaltigen oder ethischen Fonds das Vorgehen bei der Auswahl vorschreibt, gibt es nicht. Daher sollten Anleger vor ihrer Entscheidung für einen bestimmten Fonds dessen Anlagepolitik unter die Lupe nehmen und prüfen, ob die Auswahlkriterien zu den eigenen Wertvorstellungen passen.

Praktiziert wird häufig eine Kombination aus Ausschlüssen und Ranglisten. So sind einzelne Branchen wie Glücksspielanbieter, Alkohol- und Tabakproduzenten oder Rüstungsunternehmen bei vielen einschlägigen Fonds von vornherein ausgeschlossen. Bei anderen Branchen werden die in Frage kommenden Unternehmen einem Prüfprozess unterzogen. Typische Kriterien sind unter anderem die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards oder die Aktivitäten zur Schonung von Ressourcen. Für jede Branche wird dann eine Rangliste erstellt. Je höher die Platzierung des einzelnen Unternehmens, umso eher wird es ins Portfolio mit aufgenommen. Diese Vorgehensweise wird auch als Best-in-Class-Ansatz bezeichnet.

Aktives Fondsmanagement oder ETFs?

Bei aktiv gemanagten Fonds übernimmt das Fondsmanagement die Prüfung der Unternehmen und die Auswahl der Wertpapiere. Die dafür anfallenden Kosten werden vom Fondsvermögen abgezogen und schmälern somit die Rendite.

In einem aktuellen Test, der im Juli 2017 in der Zeitschrift „Finanztest“ veröffentlicht wurde, hat die Stiftung Warentest 58 Nachhaltigkeits-Fonds unter die Lupe genommen. Die von den Testern vorgegebenen Kriterien wie etwa der Ausschluss von Unternehmen, die Atomkraftwerke betreiben oder Arbeitsrechtsverletzungen dulden, erfüllten knapp zwei Drittel der Fonds. Als Fonds mit den strengsten Ausschlusskriterien nennt die Stiftung Warentest Ökoworld Ökovision Classic, Swisscanto Green Invest Equity und Triodos Sustainable Equity.

Wer auf eine aktive Wertpapierselektion verzichten und lieber Kosten sparen will, findet auch fürs ethische oder nachhaltige Investment börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Hier bildet die Fondszusammenstellung einfach einen einschlägigen Index wie etwa den „Dow Jones Europe Sustainability Screened“ oder den weltweiten „MSCI World Socially Responsible Index“ ab. Auch auf Indexebene gibt es unterschiedliche Ansätze – während der eine größeren Wert auf ökologische Kriterien legt, steht beim anderen eher die soziale Verantwortung im Blickpunkt. Daher gilt auch hier: Vor dem ETF-Kauf sollte sichergestellt werden, dass die Indexkriterien mit den eigenen Werten kompatibel sind.

 

Wichtig: Bei der Fondsanlage sollten Sie stets beachten, dass die Rendite von Fonds nicht garantiert wird und je nach Fondsgattung mehr oder weniger stark schwanken kann. Das Kursänderungsrisiko kann dazu führen, dass der Wert eines Fonds während der Laufzeit fällt und auch deutlich unter dem Erwerbspreis liegen kann. Hinzu kommt das Liquiditätsrisiko. Hierbei trägt der Anleger das Risiko, dass Wertpapiere im Fonds aufgrund mangelnder Marktliquidität gegebenenfalls nur unterbewertet verkauft werden können.

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