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Fondssparpläne: Was ist der Cost-Average-Effekt?

07. Juni 2017

Fondssparpläne: Was ist der Cost-Average-Effekt?

Bei Fondssparplänen ist häufig davon die Rede, dass Anleger vom Cost-Average-Effekt profitieren können – ein Begriff, der vielen Verbrauchern unbekannt ist. Wenn Sie sich fürs Fondssparen entscheiden, sollten Sie jedoch die wichtigsten Auswirkungen dieses Effekts kennen.

Dier englische Fachbegriff lässt sich mit „Durchschnittskosteneffekt“ übersetzen. Dieser entfaltet seine Wirkung, wenn beispielsweise in Form eines Fondssparplans mit gleichbleibenden Beträgen regelmäßig Geld in Wertpapiere investiert wird. Die feste Sparrate sorgt dann bei schwankenden Börsenkursen dafür, dass bei niedrigen Kursen mehr Fondsanteile gekauft werden als bei hohem Kurs – und dadurch sinkt der durchschnittliche Kaufpreis der erworbenen Anteile.

Größere Menge bei günstigem Preis

Beispiel: Wenn Sie in drei Raten zu je 100 Euro Fondsanteile zu Kursen von 10 Euro, 12,50 Euro und 15 Euro pro Stück erwerben, liegt die Vermutung nahe, dass der durchschnittlich Kaufpreis bei 12,50 Euro liegt. Doch bei genauem Nachrechnen kommt ein anderes Ergebnis heraus. Beim ersten Kauf gab es für 100 Euro 10 Anteile, beim zweiten Kauf 8 Anteile und beim dritten Kauf 6,67 Anteile – also insgesamt 24,67 Anteile. Wenn Sie nun die angelegte Summe von 300 Euro durch die Zahl der Fondsanteile dividieren, erhalten Sie aufgrund der größeren Menge beim niedrigen Kurs einen durchschnittlichen Kaufpreis von 12,16 Euro.

Dank der gleichbleibenden Monatsrate kaufen Sie also automatisch mehr Wertpapiere, wenn die Kurse niedrig sind. Der Cost-Average-Effekt sorgt also in der Beispielrechnung dafür, dass Sie nicht erst bei einem Kurs von 12,50 Euro, sondern schon bei 12,16 Euro pro Fondsanteil in die Gewinnzone kommen. Wichtigste Voraussetzung für den Effekt ist ein gleichbleibender Anlagebetrag, was bei Fondssparplänen schon von vornherein so vorgesehen ist.

Vor- und Nachteile im Blick aufs Timing

Vorteil des Effektes ist neben der höheren Gewichtung günstig gekaufter Wertpapiere die Reduzierung des Timing-Risikos. Da die Kursschwankungen an den Wertpapiermärkten kaum vorhersehbar sind, gleichen sich durch die Verteilung der Anlageraten über einen längeren Zeitraum die günstigen und ungünstigen Anlagezeitpunkte immer mehr aus.

Genau darin liegt jedoch auch ein Nachteil – denn beim Anlegen in regelmäßigen Raten können Sie im Vergleich zur Einmalanlage nicht den optimalen Einstiegszeitpunkt erwischen, an dem Sie zu den niedrigsten Kursen kaufen. In der Praxis ist es jedoch ohnehin praktisch unmöglich, diesen Zeitpunkt im voraus exakt zu bestimmen.

Generell sollten Sie bei der Anlage in Wertpapiere oder Investmentfonds die damit verbundenen Risiken beachten. So kann die Rendite von Fonds nicht garantiert werden und je nach Fondsgattung mehr oder weniger stark schwanken. Das Kursänderungsrisiko kann dazu führen, dass der Wert eines Fonds während der Laufzeit fällt und auch deutlich unter dem Erwerbspreis liegen kann. Hinzu kommt das Liquiditätsrisiko. Hierbei trägt der Anleger das Risiko, dass Wertpapiere im Fonds aufgrund mangelnder Marktliquidität gegebenenfalls nur unterbewertet verkauft werden können.

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