Blog

Viele interessante Beiträge und Wissenswertes rund um das Thema Finanzen.

Wichtige Änderungen zum Jahreswechsel 2016

17. Dezember 2015

Wichtige Änderungen: Was Bürger 2016 beachten sollten

Mit dem Jahreswechsel gehen wichtige Neuerungen einher. Ab 2016 tritt die verbindliche Nutzung der SEPA-Überweisung in Kraft, Eltern erhalten mehr Kindergeld und Hausbauer sollten sich auf erhöhte Kosten einstellen. Die wichtigsten Änderungen haben wir für Sie zusammengefasst.

 

Kindergeld nur noch mit Steuer-ID

Ab dem Januar 2016 tritt in Deutschland eine neue Regelung zum Kindergeld in Kraft, die Doppelzahlungen endgültig vermeiden soll. Um Kindergeld zu erhalten, müssen die Steuer-ID des Elternteils, der das Geld bekommt und die Steuer-ID des Kindes bei der Familienkasse eingereicht werden. So lässt sich eindeutig zuordnen, wem das Geld zugutekommt und unzulässige Mehrfachzahlungen werden verhindert. Eltern können die Steuer-ID auch noch im Laufe des kommenden Jahres nachreichen.

 

Erhöhung des Kindergeldes, des steuerlichen Grundfreibetrags und des BAföG

Eine weitere Änderung im nächsten Jahr betrifft die Höhe des Kindergeldes. Ab Januar 2016 steigt der Satz um zwei Euro auf 190 Euro für das erste und zweite Kind. Ab dem dritten Kind werden 196 Euro und ab dem vierten Kind 221 Euro gezahlt. 

Außerdem wird der steuerliche Grundfreibetrag 2016 um 180 Euro auf insgesamt 8.652 Euro steigen. Zu versteuerndes Einkommen unterliegt bis zum Grundfreibetrag nicht der Einkommenssteuer. Auch wird die in den Jahren 2014 und 2015 entstandene kalte Progression abgebaut. Der Einkommenssteuertarif wird um die kumulierte Inflationsrate der Jahre 2014 und 2015 in Höhe von 1,48 Prozent angepasst.

Auszubildende, Schüler und Studenten, die BAföG beziehen, erhalten mehr finanzielle Mittel durch den Staat. Die Maximalförderung steigt ab Herbst 2016 von 670 Euro auf 735 Euro (für bei den Eltern wohnende von 495 Euro auf 537 Euro). Der Grundbedarf für die BAföG-Bezieher wird von 373 Euro auf 399 Euro angehoben. 

 

Strengere Energie-Auflagen bei Neubauten

Häuslebauer sollten sich beeilen: Ab Januar 2016 gelten strengere energetische Standards für Neubauten. Die EnEV (Energieeinsparverordnung) sieht für neu errichtete Häuser eine Verminderung des Jahresprimärenergiebedarfs von 25 Prozent vor. Auch die Dämmung der Bauten muss um 20 Prozent im Vergleich zu den bisherigen Standards verbessert werden. Verbunden mit diesen Vorgaben sind in der Regel Mehrkosten beim Bau. Darum kann sich die Einreichung des Bauantrags vor dem 1. Januar 2016 lohnen. Erreicht der Antrag vor diesem Stichtag das Bauamt, gelten noch die alten Standards der EnEV.

 

Ende der SEPA-Übergangsfrist

Ab dem 1. Februar 2016 sind auch für Privatpersonen Überweisungen innerhalb Deutschlands nicht mehr mit herkömmlicher Kontonummer und Bankleitzahl möglich. Von da an können Überweisungen nur noch mittels SEPA-Überweisung mit der internationalen Kontokennung IBAN durchgeführt werden. Mit dem SEPA-Verfahren sollen innereuropäische Banktransaktionen vereinfacht und angepasst werden. So funktionieren inländische Überweisungen nach genau den gleichen Standards wie Überweisungen innerhalb Europas. Zum 1. Februar wird im Online-Banking der IBAN- Konverter abgeschaltet, dadurch haben Kunden ab dem Zeitpunkt nicht mehr die Möglichkeit, Kontonummern und BLZ in eine IBAN umzuwandeln.

Bitte beachten Sie, dass in Ihrem Online-Banking aus der Empfängerliste zum 27. Januar alle Empfänger gelöscht werden, die noch mit Kontonummer und Bankleitzahl geführt sind. Sie haben noch bis einschließlich 26. Januar die Möglichkeit, Empfängerdaten entsprechend zu konvertieren.

 

Krankenkassen: Zusatzbeiträge sollen steigen 

Es wird damit gerechnet, dass die Krankenkassenbeiträge im kommenden Jahr 0,2 Prozentpunkte höher liegen werden, und zwar bei durchschnittlich 15,7 Prozent. Da die Beiträge der Unternehmen gedeckelt sind, würde die Erhöhung allein von den Arbeitnehmern getragen werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich bis zu einem Prozentsatz von 14,6 die Beiträge. Die darüber anfallenden Zusatzbeiträge zahlen ausschließlich die Arbeitnehmer. Dieser wird dementsprechend voraussichtlich im Durchschnitt 1,1 Prozent im Jahr 2016 betragen. Da der Zusatzbeitrag von den Krankenkassen selbst festgelegt wird, kann er sich von Kasse zu Kasse stark unterscheiden.

 

Lebensversicherungen: Garantiezins soll wegfallen

Nachdem der Garantiezins für kapitalbildende Lebensversicherungen bereits für das Jahr 2015 für Neuverträge auf 1,25 Prozent gesenkt wurde, steht dieser nun vor der Abschaffung. Die Bundesregierung plant, dass nur noch kleinere Anbieter, die nicht unter die Eigenkapitalschriften von Solvency II fallen, an den Garantiezins gebunden sind. Solvency II regelt die Eigenmittelausstattung der Versicherungsunternehmen. Dadurch sollen die Beiträge der Versicherten geschützt werden.

 

Änderungen der Typklassen bei KFZ-Haftpflichtversicherung

Nach Schätzungen des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.) werden 30 Prozent aller Autofahrer von Änderungen der Typenklassen bei der KFZ-Haftpflichtversicherung betroffen sein. Je nach Fahrzeugart bedeutet dies eine höhere oder niedrigere Einstufung für die Pflichtversicherung. 14 Prozent aller Autofahrer können sich freuen. Sie werden niedriger eingestuft, dementsprechend werden 16 Prozent vermutlich tiefer für die KFZ-Haftpflichtversicherung in die Tasche greifen müssen.

beliebteste Tags

Baufinanzierung • Kreditkarte • Sicherheit • Geldanlage • Hypothekenzinsen