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Geldanlage neu überdenken: So entkommen Sie der Zinsfalle / Teil 2

16. Mai 2017

Geldanlage neu überdenken: So entkommen Sie der Zinsfalle / Teil 2

Je länger die Niedrigzinsphase anhält, umso schwieriger wird die Planung für diejenigen, die ein finanzielles Polster für die Altersvorsorge aufbauen wollen. Klar ist: Mit Banksparplänen lässt sich derzeit ein Vermögenszuwachs kaum erreichen. Wie in Teil 1 beschrieben, sollte der Einsatz von Bankprodukten wie Tages- oder Festgeldanlagen derzeit auf die eiserne Reserve sowie für das kurz- bis mittelfristige Sparen auf geplante Anschaffungen beschränkt werden.

Im zweiten Teil wird nun die Auswirkung der niedrigen Marktzinsen auf kapitalbildende Versicherungen sowie Sachwerte wie Aktien oder Immobilien erläutert.

Versicherungssparen: Minusrendite trotz Garantiezins möglich

Die kapitalbildende Lebens- oder Privatrentenversicherung zählt zu den Klassikern der Deutschen, wenn es ums Vorsorgesparen geht. Doch deren Attraktivität hat arg gelitten, denn seit Jahren ist die Garantieverzinsung für neu abgeschlossene kapitalbildende Versicherungen rückläufig.

Seit Januar 2017 beträgt der Mindestzins nur noch 0,9 Prozent – allerdings bezogen auf den Sparanteil abzüglich der Vertriebs-, Verwaltungs- und Risikokosten. Das bedeutet: In ungünstigen Fällen erhalten Sparer am Ende weniger Geld als sie eingezahlt haben. Weil die Kapitalanlagen der deutschen Versicherer im Schnitt zu rund 90 Prozent aus Zinsanlagen bestehen, sind die Aussichten auf eine Besserung der Versicherungsrenditen eher dürftig.

Sachwerte: Auf lange Sicht kann sich die Risikobereitschaft lohnen

Mit dem Investment in Sachwerten wie Immobilien erwirtschaften Anleger Erträge, die nicht aus Zinsen, sondern aus Mieteinnahmen oder Unternehmensgewinnen resultieren.

Bei der Immobilienanlage bieten sich nicht nur vermietete Wohnungen an, sondern für kleinere Investitionssummen auch der Kauf von Anteilen an offenen Immobilienfonds, die ihr Kapital zu großen Teilen in vermietete Gewerbeimmobilien investieren. Da die Schwankungsrisiken eher gering sind, bieten sich offene Immobilienfonds für sicherheitsbewusste und langfristige orientierte Sparer an.

An den Immobilienmärkten hat die derzeitige Niedrigzinsphase zuletzt für starke Preiszuwächse gesorgt, da die Finanzierung überaus günstig ist und immer mehr Investoren auf der Suche nach Alternativen zu Zinsanlagen in die Immobilienmärkte drängen. Bei der Auswahl offener Immobilienfonds sollten Anleger daher darauf achten, dass die Immobilien möglichst langfristig vermietet sind, so dass mit stabilen Mieterträgen mögliche Schwankungen beim Marktwert abgefedert werden können.

Mehr Renditechancen, aber auch höhere Wertschwankungsrisiken sind mit der Anlage in Aktien oder Aktienfonds verbunden. Auch hier können sich Zinsänderungen in gewissem Umfang auf die Kurse auswirken, wenn etwa aufgrund eines Zinsanstiegs die Fremdfinanzierung für Unternehmen teurer wird und dadurch die Gewinne belastet werden.Allerdings zeigt das Renditedreieck des Deutschen Aktien-Instituts (DAI): Je länger Anleger in Aktien investiert bleiben, umso geringer wird am Ende die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes und umso besser sind die Chancen, im Vergleich zu sicheren Zinsanlagen eine bessere Rendite zu erzielen.

Tipp: Wenn Sie sich über die damit verbundenen Risiken informiert haben und bereit sind, diese in Kauf zu nehmen, können Sie im langfristig ausgerichteten Teil Ihres Vermögens mit Aktien oder Aktienfonds Renditepotenziale nutzen. Für sicherheitsorientierte Langfrist-Anleger sind offene Immobilienfonds eine gute Alternative. Beide Anlagegattungen zählen eher zu den Profiteuren der aktuellen Niedrigzinsen, könnten jedoch bei einem Zinsanstieg vorübergehende Renditeeinbußen mit sich bringen.

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