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Geldanlage neu überdenken: So entkommen Sie der Zinsfalle / Teil 1

11. Mai 2017

Geldanlage neu überdenken: So entkommen Sie der Zinsfalle / Teil 1

Die anhaltende Niedrigzinsphase verursacht Frust im Kreis der Sparer: Mini-Zinsgutschriften am Ende des Jahres, Abstriche bei der Vermögensplanung und die vergebliche Suche nach gut verzinsten und dennoch risikofreien Kapitalanlagen vermiesen derzeit dem Anleger die Stimmung.

Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken und auf bessere Zeiten zu hoffen sollten Sparer ihre Strategie neu überdenken. Mit der richtigen Mischung aus bescheidenen, aber sicheren Zinserträgen und ebenso chancen- wie risikoreicheren langfristigen Anlagen kann auch im derzeitigen Zinsumfeld das Vermögen auf lange Sicht wachsen.

In zwei Beiträgen erfahren Sie, wie Sie Zinsfallen erkennen und für die einzelnen Anlageziele auf die passenden Anlagegattungen setzen können. Der erste Teil befasst sich mit Bankprodukten und Anleihen.

Tagesgeld, Festgeld & Co.: Negative Realzinsen knabbern am Vermögen

Keine Kursschwankungen und die Absicherung durch die Einlagensicherung machen Spar- und Anlageprodukte von Banken zum sicheren Hafen. Allerdings sind die Zinsen aktuell so niedrig, dass nicht einmal der schleichende Wertverlust des Geldes aufgrund der Inflation ausgeglichen wird. Der Zins abzüglich der aktuellen Inflationsrate wird auch als „Realzins“ bezeichnet – und dieser ist derzeit negativ. Die Folge: Trotz kleiner Zinsgutschriften nimmt der Wert des Vermögens langsam ab.

Tipp: Nutzen Sie sichere Zinsanlagen für die eiserne Reserve und für das mittelfristige Sparen auf geplante größere Anschaffungen. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind hingegen andere Anlageprodukte als Basis besser geeignet.

Anleihen und Rentenfonds: Kursverluste bei Zinsanstieg

Kaum mehr Ertrag als Sparprodukte bringen derzeit Anleihen von Herausgebern mit hoher Bonität. Hier droht sogar noch ein besonderes Kursrisiko – wenn nämlich die Zinsen wieder steigen, fallen die Kurse von festverzinslichen Anleihen. Grund dafür ist, dass die Erwerber an der Börse eine marktgerechte Rendite erwarten. Wird diese nicht durch den Festzins abgedeckt, erwarten Käufer einen Kursabschlag, so dass bis zur Fälligkeit die Renditelücke durch die Differenz zwischen dem günstigeren Kaufkurs und dem Rückzahlungsbetrag geschlossen wird.

Beispiel: Wenn die Marktrendite für Anleihen mit 5 Jahren Restlaufzeit von 0,5 auf 1,5 Prozent steigen, sinken die Kurse von Anleihen 0,5 Prozent Festzins und entsprechender Restlaufzeit von 100 auf rund 95 Prozent des Nennwertes. Weil bei Fälligkeit 100 Prozent zurückgezahlt werden, summieren sich der Abschlag beim Kauf plus die laufenden Zinsen auf die Marktrendite. Dabei gilt: Je länger die Restlaufzeit, umso stärker der Einfluss von Zinsänderungen auf den Anleihekurs.

Tipp: Wenn Sie das Risiko von Kursverlusten bei einem Zinsanstieg meiden wollen, sollten Sie von länger laufenden festverzinslichen Wertpapieren und Rentenfonds mit entsprechender Anlagestrategie Abstand nehmen.

Der nächste Beitrag zeigt, wie sich die derzeitige Zinssituation auf Versicherungssparverträge und Sachwertinvestments auswirkt.

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