Spenden absetzen am Arbeitsplatz: Wie Sachspende und Verkauf steuerlich behandelt werden

05. März 2018

Im Lauf der Zeit sammelt sich im Büro einiges an, das nicht mehr gebraucht wird – sei es ein ausrangierter PC, ein nicht mehr genutzter Laserdrucker oder ein überflüssig gewordenes Regal. Doch vieles ist zu schade zum Entsorgen, weil es sich noch gebrauchen lässt. In solchen Fällen kann beispielsweise eine Sachspende an eine gemeinnützige Organisation oder der Verkauf über eine Kleinanzeige oder Ebay in Betracht kommen.

Wichtig zu wissen: Wenn Gegenstände aus dem Betriebsvermögen veräußert oder gespendet werden, hat auch das Finanzamt ein Wörtchen mitzureden. Zu unterscheiden ist dabei, ob es sich um eine Spende oder um einen Verkauf handelt.

Spenden absetzen: Diese Besonderheiten gelten bei Sachspenden

Freiberufler und Unternehmer, die nicht als Kapitalgesellschaft wie GmbH oder AG firmieren, können Sachspenden im Regelfall nicht als Betriebsausgabe absetzen. Vor dem Spenden wird das Anlagegut zum Buchwert aus dem Betriebsvermögen herausgenommen. Die anschließende Spende kann im Rahmen der persönlichen Einkommensteuererklärung als Sonderausgabe geltend gemacht werden, wenn eine Spendenbescheinigung mit exakter Beschreibung und realistischer Wertangabe ausgestellt wurde.

Vorsicht: Wenn Sie ein Anlagegut für Spendenzwecke ausbuchen, müssen Sie dafür Umsatzsteuer entrichten, sofern Sie der Umsatzsteuerpflicht unterliegen. Deren Höhe bemisst sich nicht nach dem Buchwert, sondern nach dem aktuellen Marktwert des gespendeten Gegenstandes.

Beispiel: Sie wollen ein Notebook spenden, das bereits abgeschrieben ist und nur noch mit dem Erinnerungswert von einem Euro in Ihrem Anlagenverzeichnis steht. Wenn Sie das Gerät verkaufen würden, könnten Sie mit einem Erlös von 100 Euro rechnen. Zunächst buchen Sie das Notebook aus und entrichten für die Spende Umsatzsteuer in Höhe von 15,96 Euro. Der Empfänger kann Ihnen eine Spendenquittung über 100 Euro ausstellen, so dass Sie dann im Rahmen der Sonderausgaben Ihre Spenden steuerlich absetzen können.

Verkauf von Anlagevermögen: Müssen Gewinne versteuert werden?

Wenn Sie Ihre ausrangierten Geräte oder Möbel verkaufen, dann fallen – unter der Voraussetzung, dass Sie umsatzsteuerpflichtig sind – dafür 19 Prozent Umsatzsteuer an. Ob Sie beim Verkauf auch noch einen Gewinn versteuern müssen, hängt davon ab, ob der Verkaufspreis höher ist als der im Anlagenverzeichnis aufgeführte Restwert.

Beispiel: Sie verkaufen einen bereits abgeschriebenen PC, der nur noch mit einem Euro Erinnerungswert in Ihrem Anlagenverzeichnis steht, zum Bruttopreis von 75 Euro. Die darin enthaltene Umsatzsteuer von 11,97 führen Sie direkt an das Finanzamt ab. Damit verbleibt ein Netto-Verkaufspreis von 63,03 Euro, der nach Abzug des Buchwertes von einem Euro zu einem steuerpflichtigen Veräußerungsgewinn von 62,03 führt.

Aufgrund der Komplexität von steuerrechtlichen Fragen ist für jeden Unternehmer die Beratung durch einen Steuerberater sinnvoll. Die Beiträge in diesem Blog ersetzen keine Steuerberatung.