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Welche Rechtsform passt zu meinem Gründungsvorhaben?

08. Februar 2016

Welche Rechtsform passt zu meinem Gründungsvorhaben?

Mit der Wahl der Rechtsform stellen Sie beim Start in die berufliche Selbstständigkeit wichtige Weichen. Hier entscheidet sich nicht nur, in wieweit Sie mit Ihrem Privatvermögen für betriebliche Risiken haften müssen. Je nach Rechtsform können darüber hinaus auch ganz unterschiedliche Gründungs- und Buchhaltungskosten auf Sie zukommen.

Je nach ausgeübtem Beruf werden Sie zunächst einmal als Freiberufler oder Gewerbetreibender eingestuft. Freiberufler genießen einige Vorteile, weil sie keine Gewerbesteuer zahlen müssen und unabhängig von der Höhe des Umsatzes eine vereinfachte Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR) statt einer aufwändigen Bilanz erstellen dürfen. Freiberufler sind in der Regel akademisch ausgebildete oder künstlerisch tätige Selbstständige wie etwa Ärzte und Therapeuten, Rechtsanwälte, Architekten, Grafikdesigner oder Journalisten. Dabei gilt jedoch: Wenn Freiberufler eine Kapitalgesellschaft wie beispielsweise eine GmbH führen, werden sie als Gewerbetreibende eingestuft. Bei Teamgründungen von Freiberuflern empfiehlt sich deshalb die Partnerschaftsgesellschaft, die speziell für Freiberufler geeignet ist.

Die meisten Existenzgründer treten zunächst als Einzelunternehmer auf und haften somit für alle Verbindlichkeiten ihres Betriebs mit ihrem Privatvermögen. Das bringt auch einen Vorteil mit sich, denn Banken stufen hierbei die Bonität oft besser ein als bei der Finanzierung einer neu gegründeten GmbH. Dazu kommt: So lange der Umsatz weniger als 500.000 Euro pro Jahr und der Jahresgewinn weniger als 50.000 Euro beträgt, genügt bei Einzelunternehmen dem Finanzamt die Einnahmen-Überschussrechnung.

Mit der Gründung einer GmbH lassen sich betriebliche und private Haftung trennen, weil Gläubiger im Falle einer Insolvenz nicht auf das Privatvermögen der Gesellschafter zugreifen können. Allerdings entstehen für die notarielle Beglaubigung des GmbH-Vertrags und die Eintragung ins Handelsregister hohe Gründungskosten, und es müssen mindestens 25.000 Euro als Stammkapital eingebracht werden. Dazu kommt von Beginn an die Pflicht, eine Jahresbilanz zu erstellen, so dass häufig noch zusätzliche Aufwendungen für den Steuerberater anfallen. Auch lässt sich die private Mithaftung nicht immer ausschließen: Wenn die Bank von Ihnen bei der Finanzierung eine persönliche Bürgschaft als Gesellschafter verlangt, müssen Sie mit Ihrem Privatvermögen für die Rückzahlung des Kredits geradestehen.

Für Kleingründer bietet der Gesetzgeber mit der haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft (UG) eine Alternative zur GmbH, weil hier beim Gründungskapital statt 25.000 Euro Stammkapital nur eine Mindestgrenze von einem Euro gilt. Dabei gilt jedoch: Mindestens 25 Prozent des Jahresgewinns müssen so lange in eine gesetzliche Rücklage fließen, bis das reguläre GmbH-Mindestkapital erreicht ist. Auch hier entstehen Kosten für Notar, Registereintragung und Bilanzerstellung.

In unserem nächsten Artikel erhalten Sie Tipps, wie Sie den richtigen Namen für Ihre Geschäftsidee finden.

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