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"Nein" sagen als Freelancer

25. April 2016

"Nein" sagen als Freelancer

Die Organisation des beruflichen Alltags ist für viele Freelancer eine große Herausforderung. Da gibt es Phasen des Leerlaufs, in denen keine größeren Projekte zu bearbeiten sind – und dann kommen wieder Zeiten, in denen ein Auftrag den anderen jagt und die Termine trotz Nacht- und Wochenendarbeit schwer eingehalten werden können.

Doch trotz eines großen Auftragsvolumens schrecken viele Freelancer selbst in den stressigsten Arbeitsphasen davor zurück, neue Aufträge abzulehnen. Zu groß ist dann die Angst, dass ein Kunde abspringt, der vielleicht einmal für die nötige Auslastung sorgen könnte, wenn die Auftragslage wieder einmal schlechter werden sollte.

Dabei wird jedoch nur selten bedacht, dass genau diese Handlungsweise kontraproduktiv sein kann – und das nicht nur, weil bei dauerhafter Überlastung ein Burnout und damit ein längerer krankheitsbedingter Ausfall droht. In aller Regel ist nämlich ein Kunde wenig erfreut, wenn ein bereits zugesagter Auftrag nicht pünktlich erledigt wird oder wenn die Qualität unter der Überlastung leidet. Weitaus mehr Akzeptanz findet in aller Regel eine ehrliche Absage, wenn die Auslastung zu hoch wird.

Trotzdem sollten Sie immer gut überlegen, bei wem Sie sich eine Absage leisten können und bei wem eher nicht. Hilfreich ist dabei, die Kunden in verschiedene Kategorien einzuteilen:

  • A-Kunden. Das sind die treuen und angenehmen Kunden, mit denen Sie auch ein gutes Geld verdienen. Diesen „Perlen“ im Kundenportfolio sollten Sie nur dann absagen, wenn alle anderen Alternativen ausgeschöpft sind und eine Zusage des Abgabe- oder Liefertermins nicht mehr seriös wäre.
  • B-Kunden. In der zweiten Kategorie finden sich sowohl die angenehmen, aber eher schleppend zahlenden Kunden als auch die gut zahlenden, aber im Umgang eher schwierigen Kunden. Im Ernstfall sollten Sie lieber einem B-Kunden als einem A-Kunden absagen.
  • C-Kunden. Dies sind Kunden, die viel Arbeit und wenig Gewinn bringen. Oder Kunden, die alle paar Jahre auf der Matte stehen und dann Bevorzugung erwarten. Oder solche, die ihre Entscheidung über Monate in die Länge ziehen und dann die Ablieferung der Arbeit mit sehr engen Fristen erwarten.

Um im Zweifel von Beginn in einer etwas besseren Verhandlungsposition zu sein, empfiehlt es sich, ein Angebot immer zu befristen: Wenn innerhalb der Frist der konkrete Auftrag erteilt wird, können Sie ihn auf jeden Fall annehmen – doch wenn die Entscheidung länger dauert, dann muss der Kunde in Kauf nehmen, dass Sie bis dahin vielleicht einen anderen Auftrag angenommen haben.

Lesen Sie in unserem nächsten Blog-Beitrag, wie Sie sich gegen Zahlungsausfall von Kunden schützen können.

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