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Worauf Sie bei der Namensfindung für Ihr Unternehmen achten sollten

15. Februar 2016

Worauf Sie bei der Namensfindung für Ihr Unternehmen achten sollten

Klangvolle Namen prägen sich ein – das wusste schon vor mehr als 80 Jahren der Bonbonkocher Hans Riegel aus Bonn, der nicht nur das Gummibärchen erfand, sondern auch aus den Anfangsbuchstaben seines Namens und seiner Heimatstadt den populären Markennamen „Haribo“ kreierte. Wenn Sie sich mit Ihrer Geschäftsidee selbstständig machen wollen, schwebt Ihnen vielleicht auch schon eine griffige Bezeichnung vor. Doch vor der endgültigen Namensentscheidung sollten Sie prüfen, ob Sie den Namen überhaupt verwenden können.

Dabei ist zu unterscheiden, ob es sich um einen Namen für Ihr Produkt oder um die Firmierung handeln soll. Bei der Firmierung gibt es je nach Rechtsform eines Unternehmens unterschiedliche Vorgaben. So müssen im Handelsregister eingetragene Personen- und Kapitalgesellschaften (KG, OHG, GmbH & Co. KG, UG, GmbH, AG) immer die Rechtsform im Namen der Gesellschaft angeben. Bei der Wahl eines Fantasienamens ist der Rechtsformzusatz unverzichtbar (Beispiel: Lieschens Köstlichkeiten GmbH).

Der Einzelkaufmann, der ein Gewerbe betreibt, kann laut Handelsgesetzbuch (HGB), wie eine Gesellschaft einen Fantasienamen als Firmennamen nutzen, muss jedoch den die Abkürzung “e.Kfm.” (eingetragener Kaufmann) oder “e.Kfr” (eingetragene Kauffrau) als Zusatz ergänzen.

Darüber hinaus müssen Sie weitere Regeln beachten. So verlangt die Firmenwahrheit, dass der Firmenname nicht zu irreführenden Interpretationen verleiten darf. Das Registergericht kann beispielsweise einem als Einzelkaufmann arbeitenden kleinen Spediteur untersagen, seinen Betrieb „Internationale Logistikgruppe Müller“ zu nennen. Die Firmenklarheit bezieht sich darauf, dass es sich bei der Firmierung um einen Namen mit Unterscheidungskraft und nicht nur um einen Gattungsbegriff handelt. Beispiel: „Beratung GmbH“ wäre unzulässig, „CBL Beratung GmbH“ hingegen zulässig.

Nicht ins Handelsregister eingetragene Kleingewerbetreibende sowie nicht ins Handelsregister eingetragene Gesellschaften des bürgerlichen Rechts (GbR) sind keine Kaufleute und können daher nur eingeschränkt unter einem Fantasienamen auftreten. Möglich ist hier nur eine sogenannte Geschäftsbezeichnung als Ergänzung zum Namen des Inhabers.

Frei sind Sie hingegen bei der Wahl Ihres Produktnamens – soweit dadurch nicht bereits bestehende Markenrechte Dritter verletzt werden. Um zu vermeiden, dass Sie wegen einer Markenrechtsverletzung teure Unterlassungsgebühren bezahlen und bereits produzierte Werbemittel einstampfen müssen, sollten Sie prüfen, ob der Markenname schon vergeben ist. Dies können Sie direkt beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) veranlassen, indem Sie eine Online-Markenrecherche auf https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/einsteiger durchführen.

Angezeigt werden neben der Marke und deren Inhaber auch die Produktklasse, in der die Marke geschützt ist. Wichtig dabei: Wenn keine Gefahr besteht, dass aufgrund des Marketingauftritts beide Marken miteinander verwechselt werden, können gleiche Markennamen in unterschiedlichen Produktklassen nebeneinander existieren. So existiert etwa die Marke „Astra“ nicht nur als Bezeichnung für ein Automodell von Opel, sondern auch als Markenname für ein Bier.

Umgekehrt ist es ratsam, dass Sie sich Ihre Namenskreation schützen lassen, wenn Sie darauf Ihre Markenstrategie aufbauen wollen. Mit der Anmeldung Ihrer Marke beim DPMA können Sie diese zunächst für zehn Jahre schützen lassen. Weitere Verlängerungen um jeweils zehn Jahre sind möglich. Die Marke können Sie als Wortmarke, Bildmarke oder kombinierte Wort-Bild-Marke schützen lassen. Bei der Online-Anmeldung fallen 290 Euro Gebühr an, in der die Anmeldung für den Schutz in drei Produktklassen enthalten ist. Jede weitere Produktklasse kostet 100 Euro zusätzlich. Damit ist der Schutz der Marke in Deutschland abgedeckt. Für den europa- oder gar weltweiten Markenschutz müssen Sie je nach Umfang mit weitaus höheren Kosten kalkulieren.

Tipp: Prüfen Sie im Zuge der Namensfindung frühzeitig, ob die Domain für Ihren späteren Internetauftritt noch verfügbar ist, und reservieren Sie diese so schnell wie möglich. So können Sie vermeiden, dass Sie zu einem späteren Zeitpunkt den Domainnamen zu hohen Kosten erwerben müssen, wenn sich jemand anderes schon zuvor den Namen gesichert hat.

In unserem nächsten Artikel lesen Sie, wie Sie einen Businessplan aufbauen.

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