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Einnahmen-Überschussrechnung: Vereinfachter Jahresabschluss für Freiberufler und Kleinunternehmer

21. November 2016

Einnahmen-Überschussrechnung: Vereinfachter Jahresabschluss für Freiberufler und Kleinunternehmer

Ob selbstständiger Grafiker oder Großkonzern: Wer unternehmerisch tätig ist, muss gegenüber dem Finanzamt seine jährlichen Einnahmen und Aufwendungen angeben. Dabei darf ein Teil der Selbstständigen jedoch mit der Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR) eine vereinfachte Aufstellung der Erträge und Kosten einreichen. In diesem Fall entfällt dann die Pflicht zur Erstellung einer aufwändigen Bilanz.

Wer darf die Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR) wählen?

Zulässig ist die Einnahmen-Überschussrechnung für alle, die freiberuflich selbstständig sind – also beispielsweise Rechtsanwälte, Ärzte, Heilpraktiker, Künstler oder freie Journalisten. Darüber hinaus kann auch ein Teil der Gewerbetreibenden die vereinfachte Form des Jahresabschlusses nutzen. Voraussetzung dafür ist, dass der Gewerbetreibende nicht im Handelsregister eingetragen ist, der Jahresumsatz weniger als 500.000 Euro und der Jahresgewinn weniger als 50.000 Euro beträgt.

Welche Vorteile bringt die Einnahmen-Überschussrechnung?

Für Freiberufler und Kleinunternehmer bringt die Einnahmen-Überschussrechnung im Vergleich zur Bilanzierung einen erheblich geringeren Verwaltungsaufwand mit sich. So besteht keine Pflicht zur kaufmännischen Buchführung, sondern die Einnahmen- und Ausgabenbelege müssen lediglich auf nachvollziehbare Weise aufsummiert werden. Auch eine jährliche Lagerinventur ist nicht erforderlich, wenn die vereinfachte Variante beim Jahresabschluss zum Einsatz kommt. Nur für die Anlagegüter, für die eine steuerliche Abschreibung (AfA) geltend gemacht wird, muss ein gesondertes Anlagenverzeichnis geführt werden.

Wer sich in Steuerangelegenheiten auskennt, kann seine Einnahmen-Überschussrechnung selbst erstellen und beim Finanzamt einreichen. Wird ein Steuerberater zur Unterstützung hinzugezogen, fallen wesentlich geringere Honorare an als für die Erstellung einer regulären Jahresbilanz.

Formularvorlage vom Finanzamt

Selbstständige mit weniger als 17.500 Euro Jahresumsatz können eine formlose Einnahmen-Überschussrechnung einreichen, beispielsweise in Form einer selbst erstellten Excel-Tabelle. Ist der Umsatz höher, verlangt das Finanzamt die elektronische Einreichung auf dem dafür vorgesehenen offiziellen Formular. Dieses wird von den Finanzbehörden im Rahmen der elektronischen Steuererklärung (ELSTER) online zur Verfügung gestellt. Auch viele gängige Steuerprogramme ermöglichen das vorschriftsmäßige Ausfüllen und Übermitteln der Einnahmen-Überschussrechnung.

 

Aufgrund der Komplexität von steuerrechtlichen Fragen, ist für jeden Unternehmer und insbesondere für Existenzgründer die Beratung durch einen Steuerberater sinnvoll. Dieser Blog ersetzt keine Steuerberatung.

 

Im nächsten Artikel erhalten Sie wichtige Informationen zum Thema Bilanz.

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