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Wie funktioniert das Forderungsinkasso?

24. Oktober 2016

Wie funktioniert das Forderungsinkasso?

Wenn säumige Kunden trotz mehrerer Mahnungen ihre Rechnung nicht bezahlen, stehen Unternehmer und Selbstständige vor der Frage, wie sie an das ihnen zustehende Geld kommen können. Eine Möglichkeit besteht darin, ein Inkasso-Unternehmen einzuschalten. Bei Inkassounternehmen handelt es sich um Dienstleister, die Gläubigern dabei helfen, ihre Forderungen einzuziehen. Diese Tätigkeit ist in Deutschland erlaubnispflichtig. Das bedeutet: Ein Inkasso-Unternehmen darf nur dann am Markt tätig werden, wenn es in das Rechtsdienstleistungsregister eingetragen ist und zumindest eine Person, die maßgeblich in den laufenden Betrieb eingebunden ist, die Sachkunde im Inkassobereich vorweisen kann.

Inkasso-Unternehmen dürfen offene Forderungen außergerichtlich einziehen und auch das gerichtliche Mahnverfahren selbst durchführen. Die dafür anfallenden Kosten, deren Höhe die Gebühren eines Rechtsanwaltes für vergleichbare Leistungen nicht überschreiten darf, können dem Schuldner in Rechnung gestellt werden.

Für Sie als Gläubiger gibt es zwei Möglichkeiten: Sie können Ihre Forderung verkaufen oder alternativ dazu weiterhin Eigentümer der Forderung bleiben und das Inkasso-Unternehmen lediglich als Dienstleister beauftragen. Die Unterschiede:

  • Beim Verkauf der Forderung erhalten Sie je nach deren Bewertung einen prozentualen Anteil des Rechnungsbetrags. Bleibt der Inkasso-Dienstleister auf der Forderung sitzen, trägt er das Risiko. Doch umgekehrt bleibt auch der Gewinn bei ihm, wenn es ihm gelingt, die Forderung in voller Höhe einzuziehen.
  • Wenn Sie lediglich die Vollmacht zum Forderungseinzug erteilen, erhalten Sie den Betrag, der vom Inkasso-Dienstleister eingezogen werden kann – was im schlimmsten Fall bedeutet, dass Sie am Ende Ihre Forderung trotzdem komplett ausbuchen müssen.

Inkasso-Unternehmen versuchen sowohl schriftlich wie auch telefonisch den Schuldner zur Zahlung zu bewegen. Die Gebühren für die einzelnen Aktivitäten werden auf die Rechnung aufgeschlagen, so dass es für den Schuldner umso teurer wird, je länger er zu taktieren versucht.

Diese Vorgehensweise führt im besten Fall dazu, dass der Schuldner am Ende zwar doch noch eine Zahlung leistet, aber danach die Geschäftsbeziehung beendet ist. Daher sollten Sie ein Inkasso-Unternehmen nur dann einschalten, wenn Sie hinterher keine Geschäftsbeziehung mit dem betreffenden Kunden mehr pflegen wollen.

Bei der Auswahl des geeigneten Dienstleisters sollten Sie darauf achten, dass Sie sich an ein seriöses Unternehmen wenden, das über die entsprechende Erlaubnis verfügt und sich bei seinen Aktivitäten innerhalb des gesetzlichen Rahmens bewegt. Ein wichtiges Indiz für die Seriosität des Inkasso-Dienstleisters ist dessen Mitgliedschaft in einem der drei Branchenverbände: dem Bundesverband deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU), dem Bundesverband für Inkasso und Forderungsmanagement (BFIF) oder dem Bundesverband Deutscher Rechtsbeistände / Rechtsdienstleister (BDR).

 

Im nächsten Artikel lesen Sie, welche Rechte Kunden bei Reklamationen haben.

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