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Behördengänge: Der Eintrag ins Handelsregister

14. März 2016

Behördengänge für Existenzgründer Teil 2: Der Eintrag ins Handelsregister

Ins Handelsregister müssen sich Gewerbetreibende eintragen lassen, wenn ihr Betrieb einen Umfang angenommen hat, der eine kaufmännische Einrichtung erfordert. Kriterium ist dabei nicht, ob Sie sich als Kaufmann beispielsweise mit einem Online-Shop selbstständig gemacht haben, sondern ob aufgrund der Betriebsgröße beispielsweise eine kaufmännische Buchführung und Bilanzierung oder die kaufmännische Ordnung der Vertretung und Haftung erforderlich ist. Bei Einzelunternehmern gilt  grob: Wenn der Umsatz weniger als 500.000 Euro und der Gewinn weniger als 50.000 Euro pro Jahr beträgt, gelten sie als Kleingewerbetreibende und sind nicht zum Eintrag ins Handelsregister verpflichtet.

Das Handelsregister gliedert sich in zwei Abteilungen. In der Abteilung A werden Einzelunternehmer sowie Personengesellschaften wie offene Handelsgesellschaften (oHG) oder Kommanditgesellschaften (KG) eingetragen. Einzelunternehmer firmieren dann mit dem Zusatz „e.K.“ für „eingetragener Kaufmann“. Die Abteilung B ist Kapitalgesellschaften vorbehalten, zu denen  die Aktiengesellschaft (AG) und die GmbH zählen. Auch die „Mini-GmbH“ in Form der UG (haftungsbeschränkt) ist eintragungspflichtig.

Geführt wird das Handelsregister beim örtlich zuständigen Amtsgericht, wo es als öffentliches Verzeichnis Auskunft über die Kaufleute und Gesellschaften geben soll. Deshalb werden Neueintragungen und meldepflichtige Änderungen wie beispielsweise Änderungen in der Geschäftsleitung, Kapitalerhöhungen oder die Eröffnung von Insolvenzverfahren auf www.unternehmensregister.de veröffentlicht und können dort nach einer Registrierung abgerufen werden.

Bei der Gründung gilt, dass eintragungspflichtige Unternehmen unverzüglich die Registrierung veranlassen. Eintragungen müssen zunächst angemeldet werden, wobei die Anmeldung von einem Notar beglaubigt werden muss. Bei Kapitalgesellschaften gilt dabei: Erst wenn das Unternehmen im Handelsregister eingetragen ist, fängt es in rechtlicher Hinsicht an zu existieren. Unterlassene Eintragungen können mit Bußgeldern bis zu 5.000 Euro sanktioniert werden. Bei der Gründung sind die folgenden Angaben zu machen:

  • Firma
  • Sitz und Geschäftsanschrift sowie gegebenenfalls Zweigniederlassungen sowie deren Anschrift
  • Gegenstand des Unternehmens
  • Vertretungsberechtigte Personen wie Vorstand, Geschäftsführer, Prokuristen, Inhaber oder persönlich haftende Gesellschafter
  • Rechtsform des Unternehmens
  • Die Höhe des Grund- oder Stammkapitals
  • Kommanditisten bei einer Kommanditgesellschaft bzw. bei einer GmbH die Gesellschafterliste

Die Höhe der Kosten für den Eintrag ins Handelsregister hängt sowohl von der Rechtsform wie auch von der Größe Ihres Unternehmens ab. Einzelunternehmer können mit rund 200 bis 300 Euro rechnen, während bei einer GmbH mit 25.000 Euro Stammkapital etwa 800 Euro anfallen können. Hinzu kommen dann meist noch Honorare für die Beratung durch einen Steuerberater oder Rechtsanwalt.

Lesen Sie in unserem nächsten Blog-Beitrag, welche betrieblichen Versicherungen Sie benötigen.

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