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Die Gründungsvarianten beim Start in die Selbstständigkeit

01. Februar 2016

Die Gründungsvarianten beim Start in die Selbstständigkeit

Wenn der Traum von der beruflichen Selbstständigkeit nach und nach konkrete Formen annimmt, stellt sich die Frage, welcher Weg zum eigenen Unternehmen führen soll. Dabei sollten Sie zunächst einmal überlegen, ob Sie eine eigene Geschäftsidee an den Markt bringen wollen oder ob Sie eher Ihre unternehmerischen Talente und Führungsqualitäten entfalten möchten.

Mit der Umsetzung der eigenen Geschäftsidee fangen Sie praktisch von Null an und brauchen eine gewisse Zeit, bis Sie sich am Markt etablieren und die ersten Umsätze verbuchen können.

Anders ist die Situation, wenn Sie einen Betrieb übernehmen oder in ein Franchise-System einsteigen. Vorteil der Übernahme: Die betriebswirtschaftlichen Daten der Vergangenheit sind bereits bekannt, und das Unternehmen ist schon am Markt eingeführt. Doch dafür müssen Sie einen angemessenen Kaufpreis entrichten, so dass der Finanzierungsbedarf unter Umständen höher sein kann als bei einer Neugründung, die vielleicht erst einmal in bescheidenem Rahmen stattfindet. Die Übernahme kann sich vor allem dann anbieten, wenn Sie bereits in führender Position tätig sind und Ihr Chef innerhalb seiner Familie keinen Nachfolger hat. Fallstricke können beim Kauf eines Unternehmens lauern, das Sie noch nicht als Arbeitnehmer von innen kennen. Hier gilt es das potenzielle Kaufobjekt auf Herz und Nieren zu prüfen. Wichtige Kriterien sind dabei nicht nur die Bilanzzahlen, sondern auch die Stimmung in der Belegschaft, die Zufriedenheit der Kunden und die Ausstattung bei Maschinen und IT, die auf dem aktuellen Stand sein sollte. Auch die Reputation des Unternehmens am Markt kann dessen Wert maßgeblich beeinflussen. Weil eine Übernahme oft mit komplexen Vertragswerken verbunden ist, empfiehlt sich oftmals die Konsultation eines Anwalts, der Erfahrung im Unternehmensrecht vorweisen kann.

Beim Franchising profitieren Sie von der Bekanntheit einer bereits eingeführten Marke, müssen jedoch für deren Nutzung einen laufenden Anteil am Umsatz abgeben. Dazu kommen die Einstiegsinvestitionen, die je nach Franchisesystem fünf- bis siebenstellige Summen erreichen können. Bedenken sollten Sie dabei, dass Sie als Franchisenehmer in ihren unternehmerischen Entscheidungen eingeschränkt sind.

Dazu kommt die Überlegung, ob Sie Ihr Gründungsprojekt lieber alleine oder im Team realisieren wollen. Als Einzelkämpfer haben Sie zwar die größtmögliche Freiheit, müssen jedoch auch alle Investitionen selbst stemmen und in allen Unternehmensbereichen die alleinige Verantwortung übernehmen. Bei Freiberuflern oder kleineren Existenzgründungen ist das kein Problem. Doch je größer das Projekt, umso sinnvoller ist es, sich im Team die Zuständigkeiten und nach Möglichkeit auch den Kapitaleinsatz aufzuteilen. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Verteilung von Beginn an klar geregelt ist – sowohl beim finanziellen Einsatz wie auch bei der Verantwortung für einzelne Unternehmensbereiche. So kann es sich beispielsweise anbieten, dass sich bei drei Gründern einer schwerpunktmäßig um Technik und Betrieb, einer um die betriebswirtschaftlichen Belange und einer um Vertrieb und das Marketing kümmert.

Wichtig dabei: Auch wenn die Teilhaber des gemeinsamen Unternehmens gute Freunde oder Kollegen sind, können aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen Konflikte entstehen. Hilfreich ist es, wenn von vornherein einvernehmlich geregelt wird, wie in solchen Fällen Lösungen gefunden werden – bis hin zu dem Fall, dass einer der Mitgründer nach einiger Zeit wieder aussteigen will.

In unserem nächsten Artikel erhalten Sie Informationen rund um das Thema Rechtsformen.

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