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Alleine bleiben oder Chef werden?

18. Juli 2016

Alleine bleiben oder Chef werden?

Viele Existenzgründer starten als Solo-Unternehmer in die berufliche Selbstständigkeit. Irgendwann stellt sich dann oft die Frage: Will ich alleine weitermachen oder Personal einstellen? An diesem Punkt erfolgt eine Weichenstellung, die weit in die Zukunft des Unternehmens hineinwirken kann – denn wer Mitarbeiter einstellt, setzt sich nicht nur beim Umsatz- und Gewinnwachstum ganz andere Ziele als ein Solo-Unternehmer. Auch die Führung eines Betriebs mit angestellten Mitarbeitern unterscheidet sich ganz grundlegend von der Organisation des beruflichen Alltags als selbstständiger Unternehmer ohne Personal.

Vor diesem Hintergrund sollten Sie vor der Einstellung der ersten Mitarbeiter sorgfältig analysieren, ob sowohl Ihre eigene Persönlichkeit als auch die Zukunftsperspektive Ihres Betriebs mit Ihrer Entscheidung kompatibel ist.

Persönlichkeit und Führungskompetenz

Erfolgreich selbstständig und eine kompetente Führungskraft sein: Diese beiden Eigenschaften sind nicht zwangsläufig miteinander verknüpft. Denn die Führung von Mitarbeitern erfordert nochmals andere Qualitäten als den strategischen Weitblick und den unternehmerischen Mut des Selbstständigen. Wer führt, muss delegieren, motivieren, organisieren und Konflikte mit Mitarbeitern lösen können. Leichter haben es diejenigen, die schon in ihrer Zeit vor der Existenzgründung Führungserfahrung als Team- oder Abteilungsleiter gesammelt haben.

Natürlich können Sie in Trainings und Seminaren auch Führungskompetenzen erwerben. Doch die Praxis zeigt, dass es manchen auf Dauer schwerfällt, als Chef Mitarbeiter zu führen. Wenn Sie noch keine Führungserfahrung haben, sollten Sie ein solches Seminar dazu nutzen, um sich über Ihre Persönlichkeit Gedanken zu machen und sich darüber auch mit dem Trainer auszutauschen.

Verfügt das Unternehmen über Wachstumspotenzial?

Der zweite Blick sollte Ihrem Unternehmen gelten. Denn: Mit der Einstellung von Mitarbeitern setzen Sie auf Wachstum. Doch das funktioniert nur, wenn das Marktpotenzial entsprechend groß ist. Auch benötigen Sie eine angemessene finanzielle Reserve, um die Personalkosten so lange vorzufinanzieren, bis sie von den steigenden Erträgen gedeckt werden.

Auch sollten Sie überlegen, in welchem Ausmaß Ihr Unternehmen auf Sie selbst als Inhaber zugeschnitten ist. Sind Ihre Kunden bereit, Ihren Mitarbeitern genauso zu vertrauen wie Ihnen selbst? Gerade bei Freiberuflern wie Rechtsanwälten oder Therapeuten könnte eine Fixierung der Kunden auf den Inhaber gegen die Einstellung von zusätzlichen Mitarbeitern sprechen – zumindest wenn diese dieselbe Tätigkeit wie der Inhaber ausüben sollen.

Mögliche Alternative

Wenn Sie nach Abwägen der persönlichen und betrieblichen Gesichtspunkte zu dem Schluss gelangen, dass Sie vielleicht doch eher ein Solisten-Typ sind, gibt es auch Alternativen zum Einstellen von Mitarbeitern – so etwa die projektbezogene Kooperation auf Augenhöhe mit anderen freiberuflichen Kolleginnen und Kollegen.

 

Im nächsten Artikel lesen Sie, wie Sie qualifiziertes Personal finden.

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