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Businessplan: Nicht nur für die Gründungsfinanzierung wichtig

22. Februar 2016

Businessplan: Nicht nur für die Gründungsfinanzierung wichtig

Wenn Sie als Existenzgründer einen Kredit für die Finanzierung Ihrer Geschäftsidee benötigen, wird die Bank in aller Regel zusätzlich zu den üblichen Bonitätsangaben einen Businessplan verlangen. Anhand der darin befindlichen Zahlen und Fakten prüft die Bank, wie es um die Erfolgschancen bestellt ist und ob Sie Ihr Vorhaben solide durchkalkuliert haben. Je nach Komplexität Ihres Gründungsprojekts sollte der Businessplan 10 bis maximal 30 Seiten umfassen.

An erster Stelle steht das Management Summary. Auf maximal zwei Seiten stellen Sie hier Ihren Businessplan in Kurzform dar, so dass der Interessent innerhalb von fünf Minuten erfährt, wie Ihr Geschäftsmodell funktioniert und wie viel Kapital Sie benötigen.

Ganz wichtig: Wecken Sie das Interesse des Lesers und ermuntern Sie ihn zum Weiterlesen. Das gelingt, wenn Sie die folgenden Fragen überzeugend beantworten können:

  • Wie sieht die Geschäftsidee konkret aus?
  • In welcher Branche, mit welchen Leistungen bzw. Produkten, wollen Sie aktiv sein?
  • Wie wollen Sie Ihre Leistungen oder Produkte verkaufen?
  • Wie groß ist das Wachstumspotenzial des Marktes?
  • Welche Personen sollen das Unternehmen leiten, und welche Erfahrungen können sie vorweisen?
  • Weshalb glauben Sie, dass Sie Erfolg haben werden?
  • Wie hoch ist der Finanzbedarf?
  • Wird eine Eigenkapital- oder Fremdkapitalfinanzierung benötigt?

 

Danach folgen drei weitere Teile:

Textteil. Hier geben Sie zunächst Angaben zu Ihrer Person, und dann beschreiben Sie, wie Sie sich mit Ihrer Idee am Markt durchsetzen wollen. Dazu zählt eine Analyse des Wettbewerbs, die Darstellung Ihrer Zielgruppe und darauf aufbauend Ihre Strategie bei der Positionierung Ihres Angebotes. Wichtig dabei: Arbeiten Sie heraus, mit welchen besonderen Merkmalen Sie Ihre potenziellen Kunden vom Kauf Ihrer Produkte oder Leistungen überzeugen wollen. Angaben zur Marketingstrategie und zum organisatorischen Aufbau des Unternehmens runden den ersten Teil ab.

Zahlenteil. Im zweiten Teil stellen Sie dar, wie sich die finanzielle Lage Ihres Betriebs in den ersten drei bis fünf Jahren entwickeln soll. Pflichtprogramm sind dabei die üblichen betriebswirtschaftlichen Rechnungen wie die Finanzierungsplanung mit einer Übersicht über das Eigenkapital und die benötigten Kredite, die Umsatzprognose, die Liquiditäts-, Kosten- und Gewinnplanung sowie eine Übersicht über die Investitionen in den ersten Jahren.

Anhang. Kopien von wichtigen Dokumenten wie Patenterteilungen oder berufsrechtliche Zulassungen sollten Sie in einem separaten Anhang anfügen.

 

Bei Gestaltung und Inhalt gilt: Bringen Sie Ihre Ideen anschaulich und überzeugend auf den Punkt, bleiben Sie dabei jedoch sachlich und vermeiden Sie Marketing-Worthülsen. Schließlich soll der Businessplan keine Werbebroschüre, sondern eine leicht erfassbare Sammlung von Fakten und Argumenten sein.

Häufig gehen Gründer davon aus, dass sie sich den Businessplan sparen können, wenn sie keine Kredite benötigen. Das kann jedoch ein Trugschluss sein – denn auch einige öffentliche Zuschüsse wie beispielsweise Fördermittel der Agentur für Arbeit gibt es nur bei Vorlage eines Businessplans. Und nicht zuletzt hilft Ihnen das Verfassen eines Businessplans dabei, Ihre Ideen zu strukturieren und nochmals mit kritischem Blick auf Plausibilität zu prüfen. Gerade bei Kleingründungen dient der Businessplan auch als ein ideales Instrument für das Controlling nach der Gründung. Wenn Sie die Ist-Zahlen laufend mit Ihren Planzahlen aus dem Businessplan abgleichen, können Sie kontrollieren, ob die Entwicklung Ihres Gründungsvorhabens den ursprünglichen Vorstellungen entspricht. Sollten Sie erhebliche Abweichungen ins Positive feststellen, überlegen Sie sich, die laufende Geschäftsentwicklung und die Prognose für die Folgejahre anzupassen. Entwickeln sich die Zahlen negativer als geplant, gilt es zu analysieren, wo die Gründe liegen und durch welche Maßnahmen dem entgegengewirkt werden kann.

In unserem nächsten Artikel erfahren Sie, welche Möglichkeiten der Finanzierung Sie haben.

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