Jahreswechsel 2019: Wichtige Änderungen für Selbstständige und Unternehmer

13. November 2018

Der Jahreswechsel ist für viele ein Anlass, um neue Dinge anzupacken oder alte Gewohnheiten zu ändern – immerhin steht das Datum auch als Symbol für den Neuanfang. Auch in der Politik werden neue Gesetze und Regelungen oft so terminiert, dass sie zum Beginn des neuen Jahres in Kraft treten. Das ist auch beim Jahreswechsel 2019 der Fall, der einige wichtige Änderungen für Betriebe mit sich bringt. Die meisten Neuregelungen betreffen die Sozialversicherung und das Arbeitsrecht.

Wichtige Änderungen bei Mindestlohn und Teilzeitjobs

Wenn Sie als Unternehmer Mitarbeiter beschäftigen, gelten für Sie ab dem 1. Januar 2019 in einigen Bereichen neue Spielregeln.
 
Zum Jahreswechsel 2019 wird wie in jedem Jahr der Mindestlohn an die allgemeine Lohnentwicklung angepasst. Ab dem 1. Januar müssen Betriebe ihren Arbeitnehmern mindestens 9,19 Euro pro Stunde zahlen. Bereits beschlossen ist die nächste Erhöhung zum 1. Januar 2020: Ab dann beträgt der Mindestsatz beim Stundenlohn 9,35 Euro.
 
Eine weitere Neuregelung wird zum Beginn des neuen Jahres bei vielen Teilzeitjob wirksam – nämlich bei den so genannten Midijobs, in denen die Arbeitnehmer mehr als die für Minijobs zulässigen 450 Euro pro Monat verdienen. Hier gilt noch bis Ende 2018 eine so genannte Gleitzone bis zu einem monatlichen Verdienst von 850 Euro. Innerhalb dieser Zone zahlen Arbeitnehmer einen reduzierten Rentenbeitrag. Die Gleitzone soll nun ab Januar 2019 auf ein Monatseinkommen von 1.300 Euro ausgeweitet werden. Unverändert bleibt die bisher schon bestehende Pflicht des Arbeitgebers zur Zahlung des regulären Arbeitgeberbeitrags zur Rentenversicherung.

Neue Beitragssätze zum Jahreswechsel 2019

Fast jeder Jahreswechsel bringt neue Rahmenbedingungen bei der Sozialversicherung mit sich. Auch im Jahr 2019 kommen einige wichtige Änderungen auf  Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu.
 
In der Pflegeversicherung erfolgt zum Jahreswechsel 2019 eine Beitragserhöhung: Der Beitragssatz steigt um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 Prozent. Dafür winkt eine Entlastung beim Beitrag zur Arbeitslosenversicherung, wo ab Januar der Beitragssatz um einen halben Prozentpunkt auf 2,5 Prozent gesenkt wird. Der Beitrag zur Rentenversicherung soll hingegen unverändert bleiben.

Beteiligung des Arbeitgebers am Zusatzbeitrag von Krankenkassen

In der Krankenversicherung betrifft die Änderung zum Jahreswechsel 2019 nicht den Basisbeitragssatz, sondern die Aufteilung des von den Kassen erhobenen Zusatzbeitrags. Dieser wird nur noch bis Ende 2018 ausschließlich von den Arbeitnehmern finanziert, danach zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber auch diesen Beitragsanteil jeweils zur Hälfte.

Beitragsentlastung für Selbstständige mit geringem Einkommen

Zu den wichtigen Änderungen zählt für Selbstständige mit niedrigem Einkommen die Kostenentlastung bei der Krankenversicherung ab dem 1. Januar 2019. Dann nämlich sinkt für freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen die Mindestbemessungsgrenze um rund die Hälfte auf ein monatliches Einkommen von 1.142 Euro. Für freiwillig versicherte Selbstständige mit niedrigem Einkommen reduzieren sich damit die Ausgaben für die Krankenversicherung um bis zu 170 Euro pro Monat.

Neue Beitragsbemessungsgrenzen

Wie in jedem Jahr werden auch zum Jahreswechsel 2019 die Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung angepasst.  
 
In der gesetzlichen Krankenversicherung erhöht sich die Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 53.100 Euro jährlich auf 54.450 Euro. Bei der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung gilt für 2019 in den alten Bundesländern ein Jahreseinkommen von 80.400 Euro, in den neuen Bundesländern sind es 73.800 Euro.
 
Fazit: Zwar bringt das neue Jahr wieder einige Neuregelungen für Selbstständige und Unternehmer mit sich, der dafür anfallende Aufwand hält sich jedoch in Grenzen. Gerade bei den Änderungen in der Sozialversicherung ist davon auszugehen, dass die Anbieter von Gehaltsabrechnungsprogrammen ihre Nutzer rechtzeitig mit Updates versorgen. Dann werden die Änderungen automatisch berücksichtigt, und Sie können entspannt den Jahreswechsel 2019 feiern.

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