Altersvorsorge für Selbstständige: So finden Sie das richtige Konzept

02. Oktober 2018

Während bei Arbeitnehmern die Altersvorsorge von der gesetzlichen Rentenversicherung geregelt wird, sind die meisten Selbstständigen auf sich allein gestellt, wenn es um die finanzielle Vorsorge für den Ruhestand geht. Um das richtige Konzept für Ihre persönliche Vorsorge zu finden, sollten Sie als Freiberufler oder Unternehmer Schritt für Schritt vorgehen.

Bin ich gesetzlich pflichtversichert?

Manche Selbstständige sind von Gesetzes wegen verpflichtet, in die Rentenversicherung einzuzahlen. Dies betrifft beispielsweise manche Heilberufe wie Hebammen und Physiotherapeuten, selbstständige Lehrer und Dozenten oder Künstler und Publizisten, die in der Künstlersozialkasse versichert sind. Hier ist bis zum Erreichen der Beitragsbemessungsgrenze der Pflichtbeitrag an die Rentenversicherung abzuführen. Basis für die Beitragsberechnung ist in der Regel der erzielte Gewinn.
 
Eine andere Versicherungspflicht greift bei Kammerberufen wie Rechtsanwälten, Ärzten oder Steuerberatern. Hier sind die berufsständischen Versorgungswerke, in denen die Freiberufler pflichtversichert sind, für die Altersvorsorge zuständig.

Den Basisbedarf absichern

Wenn Sie nicht versicherungspflichtig sind, sollten Sie zuallererst den finanziellen Grundbedarf im Rentenalter sichern. Das bedeutet: Ab dem Beginn des Ruhestandes sollte lebenslang monatlich so viel Geld zur Verfügung stehen, dass Sie die Wohn- und Lebenshaltungskosten damit bestreiten können. Sinnvoll sind hierfür zwei Optionen:

  •  Sie können auf freiwilliger Basis Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder
  • Sie schließen bei einer Versicherung eine Basisrente – auch als „Rürup-Rente“ bezeichnet – ab, die Ihnen eine lebenslange Leibrente sichert.  

Tipp: Bei beiden Varianten können Sie einen Teil der eingezahlten Beiträge im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen steuermindernd in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machten.

Wie sieht es mit dem Eigenheim aus?

Das selbstgenutzte Eigenheim ist auch für Selbstständige ein sinnvoller Bestandteil der privaten Altersvorsorge. Denn: Wer im Rentenalter mietfrei wohnen kann, kommt dank der eingesparten Mietkosten mit einer geringeren Rente aus. Wenn Sie ein Eigenheim finanzieren, können Sie folglich die Einzahlungen in die gesetzliche oder private Rente etwas niedriger ansetzen und dafür den Tilgungsanteil erhöhen.

Private Zusatzvorsorge

Erst wenn die Grundabsicherung auf solidem Fundament steht, sollten Sie sich der zusätzlichen privaten Altersvorsorge widmen. Hierfür kommen unter anderem die folgenden Anlageprodukte in Frage:

  • Investmentfonds in Form eines regelmäßigen Sparplans oder einer Einmalanlage
  • die direkte Anlage in Aktien und andere Wertpapiere,
  • vermietete Immobilien oder
  • Versicherungssparpläne in Form von klassischen oder fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen.

Welche Rolle spielt der Wert meines Unternehmens?

Manche Selbstständige erhoffen sich, mit dem Verkauf ihres Unternehmens einen so hohen Erlös zu erhalten, dass damit die Rente finanziert werden kann. Doch diese Kalkulation birgt ein hohes Risiko – wenn sich im Lauf der Zeit die wirtschaftliche Lage des Betriebs verschlechtern sollte, kann der Verkaufserlös am Ende weitaus niedriger ausfallen als geplant. Wer überwiegend auf diese Karte gesetzt hat, muss dann womöglich auf einen großen Teil seiner Altersvorsorge verzichten.
 
Bessere Alternative: Planen Sie Ihre Altersvorsorge unabhängig von der Entwicklung Ihres Unternehmens und betrachten Sie den Gewinn aus einem späteren Verkauf als „Sahnehäubchen“, das Ihnen im Rentenalter noch die eine oder andere Luxusausgabe ermöglicht.

 

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